Batterien immer billiger

Nicht nur die Kaufprämie erleichtert die Anschaffung eines Elektroautos

E-Flitzer mit Karbonkarosserie: BMW motzt den Akku des i3 auf. Foto: Mauritius

Berlin/Karlsruhe. Er ist ein Verkaufserfolg „made in Germany“: Der BMW i3 gehört weltweit zu den meistverkauften Elektroautos. Hierzulande ist die Nachfrage nach den E-Flitzern aber begrenzt. Bisher schrecken hoher Preis, geringe Reichweite und lange Ladezeiten viele Käufer ab. Ende 2015 waren daher erst 55.000 E-Autos und Plug-in-Hybride zugelassen.

Jetzt will die Bundesregierung bei der E-Mobilität mächtig durchstarten. Denn laut dem Nationalen Entwicklungsplan sollen im Jahr 2020 mindestens eine Million Elektroautos auf deutschen Straßen fahren. Eine Kaufprämie soll den Stromer nun in Schwung bringen.

Sobald die Bundesregierung grünes Licht gibt, erhalten Käufer eines Batterie-Pkws 4.000 Euro dazu und die eines sogenannten Plug-in-Hybrids 3.000 Euro. „Plug-ins“ sind Autos mit Elektro- plus Verbrennungsmotor, die sich am Stromnetz laden lassen. Staat und Autohersteller finanzieren den Zuschuss je zur Hälfte, zahlen ihn aber nur für Modelle mit bis zu 60.000 Euro Netto-Listenpreis.

Insgesamt 1,2 Milliarden Euro Förderung sollen über 300.000 E-Mobile anrollen lassen und so deren Produktion ankurbeln.

Aber auch ohne Kaufprämie kommt das Elektroauto derzeit kräftig voran, berichtet Professor Martin Wietschel, Experte für Elektromobilität am Fraunhofer-Institut in Karlsruhe: „Besonders beim Herzstück, dem Akku. Da gibt es dramatische Fortschritte beim Preis.“

Kostete eine Kilowattstunde Kapazität 2010 noch 1.000 Dollar, ging es bis letztes Jahr um satte 65 Prozent abwärts. In vier Jahren sollen es nur noch 200 Dollar sein.

Zudem steigern Techniker die Leistungsfähigkeit der vom Smartphone her bekannten Lithium-Ionen-Akkus. Beispiel BMW: Der Münchner Hersteller bietet den Elektro-Flitzer i3 ab Sommer auch in einer Version mit optimierten Akkus an. Eine höhere Speicherdichte erlaubt 50 Prozent mehr Reichweite. Im Alltag sind dann mit einer Ladung 200 Kilometer drin.




Noch mehr rausholen wollen die Tüftler von Bosch. „In vier Jahren sollen unsere Batteriezellen doppelt so viel Energie speichern wie jetzt und halb so viel kosten“, kündigt Axel Pethe an, Chef der strategischen Entwicklung Elektromobilität bei den Stuttgartern. Damit kommt der 300-Kilometer-Akku. Der dazu in weniger als 15 Minuten aufgeladen sein soll, also in der Kaffeepause.

Maximale Power verspricht der Lithium-Luft-Akku. Ein Prototyp britischer Forscher schafft 750 Kilometer.

Inzwischen nimmt das Elektroauto Fahrt auf. 2015 verdoppelte sich die Zahl der Stromer weltweit nahezu auf 1,3 Millionen. „Ab durch die Decke gehen die Verkaufszahlen Anfang der 2020er-Jahre“, sagt Fraunhofer-Experte Wietschel. Dann beginnt das Elektro-Jahrzehnt, schreiben auch die Analysten des New Yorker Info-Dienstleisters Bloomberg. Bis dann überholt der Stromer wegen der billigen Akkus den Verbrennungsmotor in der Wirtschaftlichkeit.

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