Innovationen

Nicht immer den selben Senf


Der Witz lässt nach: Thomas Gottschalk wirkt derzeit quotenmäßig etwas derangiert. Foto: ddp

Was Gottschalk von der Industrie lernen kann

Erfurt. Thommy, das war nix! Schlappe Sprüche, lahme Wetten – die jüngste Ausgabe von „Wetten, dass“ war zum Wegzappen. Nur 7,8 Millionen Zuschauer, Minusrekord für Europas größte TV-Show, die quotenmäßig ohnehin seit Jahren schwächelt. Daran änderte auch das alpine Dekolleté der neuen Co-Moderatorin Michelle Hunziker nichts.

Vieles ist jünger als drei Jahre

„Hey, Thommy“, möchte man da rufen, „mach’s doch einfach mal wie die Wirtschaft! Und setz auf echte  Innovationen statt nur auf  schicke Verpackung!“

Wie das geht, machen die deutschen Unternehmen vor: Das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung in Mannheim (ZEW) hat jetzt errechnet, dass fast die Hälfte aller Firmen im Zeitraum 2006 bis 2008 mindestens ein neues Produkt auf den Markt gebracht oder seine Produktionsprozesse deutlich verbessert hat.

Und das mit zählbarem Erfolg. So erzielte unsere Wirtschaft laut ZEW-Studie im Jahre 2008 immerhin jeden sechsten Umsatz-Euro mit Produkten, die jünger waren als drei Jahre. Insgesamt belief sich der Umsatz mit solchen Newcomern auf 825 Milliarden Euro! Noch deutlicher wird die Bedeutung von Innovationen beim Blick auf einzelne Branchen. So machte der Fahrzeugbau sogar mehr als die Hälfte seines Umsatzes mit Produktneuheiten, in der Elektro-Industrie lag dieser Wert bei 41 Prozent.

Die Basis für hohe Löhne

Schön zu hören. Nur: Wir brauchen unsere neuen Produkte auch dringend! „Innovationen sind die Lebensversicherung für Hochlohn-Länder“, erklärt Professor Dieter Schumacher vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung in Berlin.

Gerade Länder wie Deutschland sind auf immer weiter fortentwickelte Produkte angewiesen, um die hohen Löhne überhaupt erwirtschaften zu können. 

Zugegeben: Natürlich lassen sich auch viele Beispiele von Unternehmen anführen, die sich auf den Erfolg ihrer schon seit Jahrzehnten bewährten Produkte verlassen können.

Aber manchmal ist das eben doch keine Bestandsgarantie. Das ZDF serviert uns jetzt seit fast 30 Jahren den selben Senf aus Witzchen und Wetten – und nun fragt man sich doch: Wie lange noch? Nicht mehr lange. Oder hält jemand dagegen?

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