Gummi-Mischungen

Nicht auszudenken, wenn die Dichtung defekt ist


Größtes Kreuzfahrtschiff der Welt geht auf Nummer sicher

Hamburg/Weinheim. Ein Schiff, das alle Rekorde bricht: Vom Aquatheater, einem eigenen Sandstrand bis zur Parklandschaft mit Spazierwegen, Kletterwänden und Promenaden – der Luxusliner „Oasis of the Seas“ bietet alles, was das Herz des Kreuzfahrers begehrt. Mit etwa 1,2 Milliarden Euro Baukosten und einer Höhe von 80 Metern ist es das größte und teuerste Kreuzfahrtschiff, das jemals gebaut wurde. Mit an Bord: Die Freudenberg Unternehmensgruppe (Weinheim) und die  Tochter Merkel Freudenberg (Hamburg).

16 Decks, 2.700 Kabinen für 5.400 Passagiere, 365 Meter lang, 47 Meter breit. „Das ist höchster technischer Anspruch, der für uns eine besondere Herausforderung bedeutet hat“, sagt Bernd Koch, Geschäftsführer der Merkel Freudenberg Fluidtechnik in Hamburg.  Alle  Hauptdichtungen hat sein Unternehmen geliefert.

Extreme Temperaturunterschiede

Beispiel: Um die verbindenden Bauteile zwischen Antriebsmotor und Propeller abzudichten, sind Dichtungen von außergewöhnlich hoher Qualität gefordert.

Koch: „Die Zuverlässigkeit der Dichtungen ist bei solch gewaltigen Projekten enorm wichtig.“ Die Elastomerwerkstoffe der Dichtungen müssen einerseits den hohen dynamischen Belastungen widerstehen andererseits aber auch verrottungsfest dem rauen Seeklima und dem Salzwasser standhalten. Nicht zu vergessen, die starken Temperaturunterschiede – sowohl bei tropischer Hitze als auch bei arktischen Minusgraden. Deshalb ist die finnische Werft, die STC Europe Cruise, die das Schiff gebaut hat, auf Nummer sicher gegangen.

Material optimal zusammensetzen

Den Produkten sieht man nicht an, dass es sich um Hightech handelt. Das Erfolgsgeheimnis liegt in der Rezeptur.

Jeder Einsatz verlangt nach einer speziellen Gummi-Mischung. Großserien sind die Ausnahme, kleine Stückzahlen völlig normal. Doch dafür hält die Gummi-Mischung einem Druck von bis zu 2.000 Bar stand.

Die werden zum Beispiel benötigt, wenn im Bergbau die Stollengänge mit Stempeln ausgestattet werden. Dagegen scheint es fast als butterweich, wenn ein Bagger mit einem Druck von 100 Bar arbeitet. Zum Vergleich: Ein U-Boot ist in 100 Metern Tiefe „nur“ einem Druck von 10 Bar ausgesetzt.

Damit der Kunde beruhigt sein kann, suchen die Techniker und Ingenieure von Merkel Freudenberg im Forschungszentrum des Freudenberg-Konzerns in Weinheim nach den optimalen Materialzusammensetzungen. „Die enge Zusammenarbeit mit den Kunden schafft die Sicherheit für beide Seiten“, sagt Geschäftsführer Koch.

So war es auch bei dem Super-Schiff „Oasis of the Seas“. Nicht auszudenken, wenn der Kreuzliner nicht ablegen kann, weil eine Dichtung defekt ist und Salzwasser in das Schiff eindringt …    

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