Leitartikel

Neun Millionen neue Jobs in Amerika

AKTIV-Chefredakteur Ulrich von Lampe. Foto: Roth

Der Dollar ist relativ zum Euro ein Sechstel mehr wert als noch im Frühjahr 2014. Das ist keine Laune der Märkte, dahinter steht ein erstaunliches Comeback der US-Wirtschaft. Seit der Krise 2008/09 blicken manche mit Häme und viele mit Mitleid und Ratlosigkeit auf Deutschlands wichtigsten Verbündeten. Dies passt zum Glück nicht mehr zu den Fakten.

Erkennbar ist das am Arbeitsmarkt. Zwar stieg in Deutschland in nur vier Jahren die Beschäftigung um zwei Millionen Menschen – das „Job-Wunder“, um das uns angeblich die ganze Welt beneidet. Gewiss eine Erfolgsstory. Aber in den Vereinigten Staaten ist die Beschäftigung in der gleichen Zeit um gut neun Millionen gestiegen. Das ist noch besser, auch wenn man berücksichtigt, dass dort viermal so viele Leute leben wie bei uns.

Der Kündigungsschutz ist in Amerika weniger ausgeprägt. „Hire and fire“ heißt das im Volksmund. Aber in unserer Wahrnehmung bleibt eben nur das „fire“ hängen, also das Feuern. In der Tat verloren nach 2008 sehr viele Amis ihre Arbeit. Doch seitdem wurde wieder im großen Stil angeheuert. Der Stellenabbau ist weit mehr als ausgeglichen.

Die Arbeitslosenquote ist im Dollar-Land USA nur halb so hoch wie im Gebiet der Europäischen Währungsunion. Nun wird erwartet, dass die amerikanische Zentralbank anders als die europäische dieses Jahr die Zinsen erhöht. Für Investoren wird es deutlich lukrativer, ihr Geld in Dollar anzulegen – das erklärt den Sprung beim Wechselkurs.

Amerikas Wachstum 2015 wird auf 3,5 Prozent geschätzt. Vor allem die Industrie hat zugelegt: Sie produziert 9 Prozent mehr als vor zwei Jahren. Deutschland kam nur noch um 2 Prozent voran.


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