Hilfe für Fernfahrer

Neues Leitsystem von Siemens findet freie Parkplätze für Brummis

Ingolstadt. Mittwochabend, 22 Uhr auf der Raststätte Köschinger Forst an der A 9 bei Ingolstadt: Dutzende 40-Tonner stehen eng aneinandergedrängt. Alles dicht. Einige der Brummis ragen sogar gefährlich auf die Straße.

In dieses Chaos auf dem Rastplatz bringt künftig ein neues Leitsystem des Münchner Technologiekonzerns Siemens Ordnung. Es zeigt Fernfahrern, wo noch freie Plätze sind, auf denen sie sicher parken können. An der A 9 zwischen Ingolstadt und Nürnberg geht es dieser Tage in Betrieb.

„Die Tank- und Rastanlagen dort sind zwar nicht täglich am Limit“, so die Verkehrspolizei in Ingolstadt. „Doch immer öfter wird es eng.“ Denn der Schwerverkehr auf deutschen Straßen nimmt stetig zu. Obwohl seit 2008 bundesweit rund 10.000 neue Stellplätze für Lkws geschaffen wurden, fehlen immer noch etwa 14.000 Parkmöglichkeiten für Brummis. Der Bau weiterer Plätze ist aufwendig.

Das Projekt von Siemens und Bundesverkehrsministerium ist in Europa einmalig. An 21 Parkplätzen sowie Rastanlagen an der A 9 in Bayern arbeitet ein intelligentes Parkleitsystem. Es erfasst die Belegung der Parkbuchten ganz genau und leitet die Informationen direkt an den Fahrer in der Kabine weiter – damit er seine Pausen besser planen und die vorgeschriebenen Ruhezeiten einhalten kann. Franz Pelzer, der Leiter des Projekts von Siemens: „Die Fahrzeuge werden von Sensoren und Laserscannern an der Ein- und Ausfahrt gezählt.“ Der Scanner am Fahrbahnrand misst Höhe und Breite. So weiß man, ob ein Laster oder ein Pkw vorbeirollt.

Sensoren im Asphalt zeichnen zudem Geschwindigkeit, Länge und Fahrtrichtung auf. Zusammen erfassen die Messungen die vorüberfahrenden Fahrzeuge exakt.

Aus den Daten lassen sich die freien Plätze errechnen. Wie viele es sind, wird elektronisch an die Parkleitzentrale von Siemens in Nürnberg übermittelt. Dort, in der Autobahndirektion Nord, wird die gesamte Strecke überwacht. Die Parkdaten werden blitzschnell ausgewertet und weiterverschickt – ans Mobiltelefon und Navi im Führerhaus sowie an Radiostationen.

Auf der A 9 in Bayern kommt bald noch mehr digitale Technik zum Einsatz: Verkehrsminister Alexander Dobrindt will dort eine Teststrecke für selbstfahrende Autos einrichten. Audi hat den Minister in einem umgerüsteten A 7 bereits auf die Strecke geschickt. Der Wagen hält die Spur und überholt von ganz alleine – ohne dass jemand die Hände am Lenkrad hat.


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