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Neuer Weg zum Eigenheim


Solide Planung ist nötig: Das gilt beim Bau – und für die Finanzierung. Foto: fotolia

Riester-Kredit: Der Staat hilft bei der Tilgung

Sie haben einen Riester-Sparvertrag – träumen aber auch vom Eigenheim? Dann sollten Sie wissen: Seit Anfang 2010 können Sie das Riester-Konto viel einfacher als bisher leer räumen, um dieses Geld in eine Immobilie zu stecken! Wer so sein Eigenkapital erhöht, bezahlt dann natürlich weniger Zinsen an die Bank.

Generell sollte jetzt jeder, der bauen will, sich näher mit der Riester-Rente befassen. Denn diese geförderte Altersvorsorge gibt es auch als „Wohn-Riester“: Dabei wird der Bau-Kredit mit kräftiger staatlicher Hilfe getilgt.

Die (für alle Spar-Formen gleiche) Förderung eines typischen Arbeitnehmers sieht so aus: Pro Jahr kann er 154 Euro Zulage einstreichen. Dazu gibt es in der Regel 154 Euro für den Ehepartner – wenn dieser einen eigenen Riester-Vertrag hat. 185 Euro pro Jahr gibt es für jedes kindergeldberechtigte Kind und sogar 300 Euro für jedes seit 2008 geborene Baby. Außerdem kann man durchs Riestern Jahr um Jahr Steuern sparen.

Um diese Zulagen zu bekommen, muss man eine genau definierte eigene Spar-Leistung erbringen. Die wird wie folgt errechnet: 4 Prozent vom Vorjahresbrutto nehmen – höchstens aber 2.100 Euro – und die Zulage(n) für das laufende Jahr davon abziehen.

50.000 Euro Vorteil möglich

Dieses Beispiel zeigt schon: Leicht verständlich ist die Riesterei leider nicht. Beratung durch Experten, etwa der Hausbank, tut meistens not. Und das gilt ganz besonders für das Wohn-Riestern, das offiziell „Eigenheimrente“ heißt: Die geförderte Altersvorsorge wird da direkt an ein Bau-Darlehen gekoppelt.

Dass sich das lohnen kann, steht für Experten fest. Die Stiftung Warentest hat 2009 diverse Musterfälle detailliert durchgerechnet. Ihr Ergebnis: Einem Häuslebauer-Ehepaar mit Nachwuchs bringt ein Riester-Kredit bis zum Rentenalter zwischen 20.000 und rund 50.000 Euro Vorteil!

Dabei ist schon berücksichtigt, dass die Auszahlung einer jeglichen Riester-Rente steuerpflichtig ist.

Um nun auch einen getilgten Riester-Kredit irgendwie besteuern zu können, hat der Gesetzgeber das „Wohnförderkonto“ ersonnen: Dort werden die „in der Wohnimmobilie gebundenen“ Vorteile erfasst – und mit 2 Prozent pro Jahr verzinst.

„Was dann zum Rentenbeginn herauskommt, wird versteuert“, erklärt Niels Nauhauser, Altersvorsorge-Experte bei der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg. Dabei hält sich die Last in Grenzen: Der persönliche Steuersatz als Rentner ist ja meist niedriger als während des Berufslebens. „Und wer seine Wohn-Riester-Steuerschuld auf einen Schlag begleicht“, sagt Nauhauser, „dem werden sogar noch 30 Prozent davon erlassen.“

Auf Fallstricke achten

Nach wie vor gibt es allerdings nicht viele Wohnriester-Angebote auf dem Markt. Wer sich dafür interessiert, muss also etwas Zeit investieren.

Auch sollte man sich über weitere Extra-Regeln informieren: Etwa für den Fall, dass man die Immobilie später verkaufen möchte – denn unter bestimmten Umständen muss dann die Förderung zurückgezahlt werden.

Nauhauser gießt selbst auch noch etwas Wasser in den Wein. „Wer sich ein Eigenheim nur aufgrund der Zulagen und der Förderung leisten kann, sollte vorsichtig sein: Damit bewegt man sich als Immobilienkäufer zu sehr am finanziellen Limit.“

Info: Extra-Bonus

Ein Tipp für alle jungen Kollegen: Wer vor seinem 25. Geburtstag zu riestern beginnt, bekommt einen Berufseinsteiger-Bonus! Einmalig 200 Euro Extra-Zulage schenkt der Staat denen, die sich schon früh um ihre zusätzliche Altersvorsorge kümmern.

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