So ändert sich die Welt

Neue Zahlen zeigen: Europa ist nur gemeinsam stark


Berlin/München. Nach der jüngsten Prognose des Internationalen Währungsfonds liegt Chinas Wirtschaftskraft, die 1980 noch winzig war, im Jahr 2019 bei zwei Dritteln des EU-Niveaus. Experten erwarten: Ende des kommenden Jahrzehnts hat China vom Gewicht her die EU überholt.

Das bringt uns zwar Chancen – China ist Deutschlands fünftwichtigster Kunde, kaufte letztes Jahr Produkte für 67 Milliarden Euro. Doch mit der Wirtschaftskraft verschieben sich auch die Einflussmöglichkeiten.

„Mitgestalter der Weltpolitik und der Weltwirtschaft können wir nur gemeinsam mit unseren europäischen Partnern sein“, betont Ingo Kramer, Präsident des Arbeitgeber-Dachverbands BDA. „Unsere nationalen Interessen lassen sich nur im Verbund wirksam vertreten. Deshalb sind wir auf eine starke und handlungsfähige EU angewiesen.“

Immerhin bekommt das jetzt zu wählende Parlament so viele Befugnisse wie noch nie, ist den Regierungen der Mitgliedsstaaten fast ebenbürtig. Die große Aufgabe der nächsten Jahre lautet: den gemeinsamen Wirtschaftsraum weiterentwickeln. Wie stark Europas Industrie mittlerweile verflochten ist, zeigt eine aktuelle Studie des renommierten Prognos-Instituts in Basel.

Demnach kaufen deutsche Betriebe so viele Vorprodukte in anderen EU-Ländern ein, dass sie dort insgesamt 3,5 Millionen Arbeitsplätze sichern. Der intensive Produktionsverbund sorgt für globale Wettbewerbsfähigkeit und anhaltenden Wohlstand.

Denn auch wenn Chinas Wirtschaftsleistung rasant wächst – pro Kopf betrachtet liegt die Sache anders. Die Dekabank der Sparkassen hat den Trend hochgerechnet: Auch 2050 dürften die EU-Bürger noch doppelt so produktiv sein wie die Menschen im Reich der Mitte.

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