Verkehr

Neue Wege


Privates Kapital soll den Bau von Straßen und Schienen beschleunigen

München. Wenn die Wirtschaft brummt, wächst der Wohlstand – aber ebenso der Verkehr.

Bayern wird das in den kommenden Jahren zu spüren bekommen. So prognostiziert es eine Studie im Auftrag des Verkehrsministeriums. Der Freistaat muss demnach von 2007 bis 2025 mit einem Anstieg des Personenverkehrs um 20 Prozent rechnen. Im Güterverkehr (siehe Grafik) sind es gar 50 Prozent.

In Straßen und Schienen wird man also kräftig investieren müssen. Aber das öffentliche Geld ist schon heute knapp. Laut Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft (vbw) fehlen in Deutschland jährlich 4 Milliarden Euro für den Ausbau der Verkehrswege.

„Wir werden den Investitionsstau bei der Infrastruktur nur meistern, wenn mehr Aufgeschlossenheit für innovative Finanzierungsformen entsteht“, sagt Bayerns Wirtschafts- und Verkehrsminister Martin Zeil. Wie die vbw fordert er, private Geldquellen zu erschließen und das Instrument „Public-Private-Partnership“ (PPP) häufiger einzusetzen.

Darunter versteht man etwa die Beteiligung von privatem Kapital am Aus- oder Neubau von öffentlicher Infrastruktur. Die Geldgeber erhalten im Gegenzug für einen längeren Zeitraum die Einnahmen etwa aus Maut oder Trassengebühren.

In Bayern sammelt man damit bereits seit einem Jahr Erfahrung. Die Autobahn A8 von Augsburg nach München wurde als PPP-Projekt ausgebaut. Die Einnahmen aus der Lkw-Maut fließen dafür für 30 Jahre an die privaten Investoren. Weitere Vorhaben dieser Art sind in Planung.

Ministerium prüft Projekte und Modelle

Minister Zeil hält PPP-Projekte auch für die Schiene für sinnvoll. „Bayern ist reif für ein Pilotprojekt“, sagt er. Auch Amtskollege Peter Ramsauer, als Bundesverkehrsminister verantwortlich für Planung von Autobahnen und Schienenwegen, sieht die Finanzierung durch Private positiv: „Was sich für die Straße als gut erweist, soll prinzipiell auch für die Schiene möglich sein.“

Sein Ministerium prüft derzeit Projekte und Modelle. Denkbar: die Strecke von München nach Mühldorf und weiter ins Chemiedreieck bei Burghausen. Dort können für die Firmen die Bagger nicht rasch genug anrollen. „Mit PPP kann man schneller anfangen zu bauen und ist früher fertig“, sagt Ramsauer.

Artikelfunktionen


'' Zum Anfang