Was ist gerecht? Umfrage zur Befindlichkeit der Deutschen

Neue Studie: Leistung zählt


Berlin. Wer erfolgreich ist, soll auch entsprechend viel verdienen. 80 Prozent der Deutschen halten finanzielle Leistungsanreize für gerecht. Rund 1.800 Menschen waren in den vergangenen zwei Monaten vom Institut für Demoskopie Allensbach zu ihren Vorstellungen von Gerechtigkeit befragt worden.

„Die Bürger haben ein sehr differenziertes Bild“, stellt Hubertus Pellengahr fest, Geschäftsführer der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) in Berlin. Die von den Arbeitgeberverbänden finanzierte Initiative hatte die Studie in Auftrag gegeben.

Überraschend: „Weitaus wichtiger als die viel diskutierte Verteilungsgerechtigkeit bei Einkommen und Vermögen ist den Bürgern die Chancengerechtigkeit, also der Zugang zu beruflichen Möglichkeiten“, sagt Pellengahr.

Unterschiede bei der Rente sind für die meisten in Ordnung

Deshalb fordern 71 Prozent der Befragten mehr Angebote für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf, wie ganztägige Kinderbetreuung. 70 Prozent wollen Schüler besser auf das Berufsleben vorbereitet wissen, 56 Prozent wünschen sich mehr öffentliches Engagement für frühkindliche Erziehung.

In die Zukunft blicken die Deutschen, wenn es um die Lastenverteilung zwischen Jung und Alt geht. „Die sozialen Sicherungssysteme sollen so reformiert werden, dass künftige Generationen nicht zu schwer tragen müssen“, stellt Pellengahr fest.

Entsprechend halten 56 Prozent unterschiedlich hohe Altersbezüge, je nachdem, wie der Einzelne vorgesorgt hat, für gerecht. Allerdings sollten Erziehungszeiten bei der Rente stärker berücksichtigt werden. Geht es darum, den Sozialstaat fit zu halten, sehen die Bürger die Politik in der Pflicht. Fazit des INSM-Geschäftsführers: „Fast drei Viertel der Befragten sind überzeugt, dass die Schaffung gerechter Rahmenbedingungen vor allem Aufgabe des Staates ist.“

Artikelfunktionen


Diese Beiträge könnten Sie auch interessieren:

'' Zum Anfang