So schultern wir den Nachwuchs

Neue Studie: Kindern geht’s besser, wenn beide Eltern arbeiten

Berlin. Papa geht arbeiten, Mama auch. Und das soll gut für die Kinder sein? Zumindest was das Materielle angeht – eindeutig ja, stellt eine Studie des Familienministeriums fest: „Eine gleichmäßige Aufteilung der Familien- und der Erwerbsarbeit zwischen den Partnern fördert die kurz- und langfristige wirtschaftliche Stabilität der Familie.“

Damit haben es die Frauen schwarz auf weiß – das Erfolgsmodell klappt nur, wenn die Männer die Hälfte der Hausarbeit übernehmen!

200 Milliarden Euro für die Familienpolitik

70 Wissenschaftler deutscher Forschungsinstitute haben für die Studie die Familienpolitik analysiert. Rund 200 Milliarden Euro im Jahr fließen in fast 160 Fördermaßnahmen, nicht alle bringen was.

Als besonders effizient schätzen die Forscher das Elterngeld. Damit je ein Partner nach der Geburt erst mal zu Hause bleiben kann – insgesamt bis zu 14 Monate – werden 5 Milliarden Euro im Jahr lockergemacht. Für die nach der Rückkehr in den Job benötigte Betreuung in Kitas und bei Tageseltern fließen 19 Milliarden.

Beide Instrumente zusammen senken das Armutsrisiko – weil sie helfen, Familie und Beruf unter einen Hut zu kriegen. „Eine regelmäßige und möglichst durchgehende Erwerbstätigkeit beider Elternteile sichert materielles Einkommen und bietet Zugang zu wichtigen sozialen Netzwerken“, heißt es in der Studie, die unter ao5.de/familie online steht.

Unwissenschaftlich gesagt: Dann reicht das Geld auch für Sportverein und Klassenfahrten, wichtig für die Entwicklung der Kinder.

Dass all die Anstrengungen nicht reichen, zeigen die seit den 70er-Jahren sinkenden Geburtenzahlen. Gerade mal 670.000 Babys kamen 2013 in Deutschland zur Welt. Ohne Kita-Plätze wären es jedoch laut Studie 10 Prozent weniger.

Der Arbeitgeberverband BDA plädiert deshalb für den weiteren Ausbau der Kinderbetreuung. Dann könnten mehr Frauen vollzeitnah arbeiten.

Und bestimmt kämen mehr Mütter in Führungspositionen.


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