Stahl-Sarkophag ist 110 Meter hoch

Neue Schutzhüllle für Tschernobyl-Reaktor: Auch deutsche Firmen sind beteiligt

Gigantisch: Der Sarkophag aus Stahl ist 110 Meter hoch. Foto: Getty

Kiew/Berlin. Der gewaltige runde Bau hinter den verlassenen Wohnblocks wird den vor 30 Jahren havarierten Unglücksreaktor von Tschernobyl mit seiner gefährlichen Strahlung für mindestens 100 Jahre abschirmen. Der Riesendeckel ragt 110 Meter in die Höhe, ist 165 Meter lang und 260 Meter breit.

Dieser Tag brannte sich ins kollektive Gedächtnis ein

Es war der 26. April 1986, als der Atommeiler explodierte. Es kam zum GAU, dem größten anzunehmenden Unfall: die Kernschmelze. Radioaktive Wolken trieben über den Norden Europas. Der Unfall war die bis dahin größte Nuklearkatastrophe der Geschichte. Hastig wurde die Ruine damals mit Beton zugeschüttet – doch dieser Sarkophag ist inzwischen brüchig geworden.

Der Neubau aus Stahl kostet 1,5 Milliarden Euro; weitere 600 Millionen verschlingen die Stabilisierung des alten Sarkophags und der Abbruch baufälliger Teile.

Das kann die vom Bürgerkrieg gezeichnete Ukraine allein nicht stemmen. 44 Staaten zahlen in einen Fonds der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung ein; sie hat die Aufsicht über das Projekt. Deutschland steuert 190 Millionen Euro bei.

Bei dem Bau wirken auch deutsche Firmen mit: So hat das in Koblenz ansässige Unternehmen Kalzip die Edelstahlhülle produziert. Und Ejot im nordrhein-westfälischen Bad Berleburg lieferte drei Millionen Spezialschrauben zu.

Ende kommenden Jahres wird die 30.000 Tonnen schwere Stahlkonstruktion fertig sein – und auf Schienen über den Unglücksreaktor geschoben.


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Im Jahr 2005 ging der Meiler Obrigheim vom Netz. Jetzt wird er zurückgebaut. Wegen der radioaktiven Belastung gelten besonders strenge Sicherheits-Standards. AKTIV war im Herzen der Anlage.

Forscher am Greifswalder Max-Planck-Institut erzeugen ein 100 Millionen Grad heißes Plasma – die Voraussetzung zur Kernfusion. „Würde die gelingen, wären wir alle Energieprobleme los“, sagt Projektleiter Professor Thomas Klinger.

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