Forschung

Neue Rezeptur macht Kaugummi weniger klebrig


Runde Sache: Für die gleiche Qualität sind weniger Arbeitsschritte erforderlich. Foto: fotolia

München. Kaugummi kauen ist in: Egal ob normaler „chewing gum“ oder „bubble gum“ für große Blasen – jeder Deutsche steckt sich pro Jahr 100 Kaugummis in den Mund, so das deutsche Online-Portal Statista.

Spezielle Zutaten für die Grundmasse des Kauvergnügens kommen von Wacker Chemie in München: Der Chemie-Konzern ist der weltweit größte Hersteller von Polyvinylacetat-Festharzen.

Einen Nachteil hat der klebrige Spaß allerdings: Meist landet der ausgediente Kaugummi auf unseren Gehwegen. Die Reinigung belastet die Haushalte der Städte und Gemeinden.

Das soll sich jetzt ändern. Wissenschaftler bei Wacker haben die Rezeptur für ein neuartiges Festharz entwickelt. Damit wird der Kaugummi weniger klebrig und ist somit leichter von Oberflächen zu entfernen. Das neue Festharz kann aber noch mehr.

Es landet in der Rohmasse, der Gumbase. Diese bildet den wasserunlöslichen Teil des Kaugummis und trägt unter anderem die Inhaltsstoffe wie Zucker, Süßstoffe und Aromen.

„Normalerweise ist die Fertigung der Rohmasse ein komplexer Prozess“, sagt Thomas Wimmer, Manager des Bereichs Technical Service Gum am bayerischen Standort Burghausen. Dank des neuen Festharzes gestaltet sich die Herstellung einfacher und effizienter.

„Jetzt sind für gleiche Kau- und Geschmacksqualität weniger Arbeitsschritte und Inhaltsstoffe nötig“, so Wimmer. Schon geringe Mengen an Aromen reichen aus. „Sie werden viel stärker freigesetzt“, erklärt der Experte.

Für mehrere Millionen Euro wird in China eine Produktionsstätte errichtet

Und noch einen Vorteil hat das neue Festharz: Es hat so gut wie keinen Eigengeschmack. So hinterlässt der Kaugummi auch nach langem Kauen keine oder nur wenige bittere Nuancen.

Die Zutat ist gefragt: Wacker will die Produktion erhöhen. In Nanjing (China) entsteht derzeit für mehrere Millionen Euro eine neue Fabrik.

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