Gefäßstütze

Neue Fertigungstechnik für Stents verhindert Verletzungen

Rettung für Herz-Patienten: Stents wie dieser weiten verengte Gefäße. Foto: dpa

Aachen. Jedes Jahr werden bundesweit 400.000 Menschen Stents implantiert, so die Deutsche Herzstiftung. Diese winzigen Stützen weiten Engstellen an Gefäßen, beugen Verschlüssen vor.

Die Stützstrukturen können aus Metall- oder Textilfäden bestehen und werden oft geflochten. Da liegt das Problem. Heutige maschinell geflochtene Stents kommen als Schlauch aus der Maschine. Sie müssen in Stücke geschnitten werden. „So entstehen scharfe Kanten, die – ins Gefäß eingesetzt – Gewebe verletzen können“, erklärt Kathrin Kurtenbach, Ingenieurin am Institut für Textiltechnik an der RWTH Aachen.

Die Lösung: Der Stent wird, automatisiert, aus einem Draht geflochten. „Wir führen ihn immer wieder in Spiralen über eine Zylinderform, von oben nach unten. Der Draht liegt, wie beim normalen Flechten, einmal vorn und einmal hinten“, sagt Kurtenbach. So entsteht die typische Flechtstruktur – aber mit abgerundeten Enden.

Erste Firmen schon interessiert

Das Konzept für die automatisierte Technik entwickelten Studenten des Lehr- und Forschungsgebiets Tissue Engineering & Textile Implants an der RWTH Aachen. Sie haben sich den manuellen Prozess zur Herstellung des Einfaden-Stents angeschaut und die passende Maschine geplant.

Die existiert zwar erst als Zeichnung. Aber: „Es gibt schon Firmen, die sich für die Flechttechnik interessieren“, so Professor Stefan Jockenhövel, Leiter des Lehr- und Forschungsgebiets. Jetzt wollen die Aachener einen Flecht-Prototyp bauen.


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