Tipp der Woche

Neu geregelt


Wo der Mieter die Heizung aufdreht, rechnet oft der Vermieter ab. Foto: fotolia

Heizkosten: Was Mieter und Vermieter wissen sollten

Bald ist es wieder so weit: Millionen Mietern flattert die Nebenkosten-Abrechnung ins Haus. Und dafür gelten dieses Jahr einige Änderungen: „Abrechnungsperioden ab dem 1. Januar 2009 müssen nach der neuen Heizkostenverordnung abgerechnet werden“, erklärt Anwalt Gerold Happ, Energie-

Experte bei Haus & Grund Deutschland.

Eich-Kosten und Öltank-Reinigung

Dabei begünstigen einige Neuerungen den Vermieter, andere können sich für die Mieter auszahlen. Die wichtigsten Punkte:

  • Die bisher umstrittenen Kosten für die Eichung der Wärmezähler zahlt definitiv der Mieter – sie sind jetzt ausdrücklich umlagefähig.
  • Das Ergebnis der Ablesung soll innerhalb eines Monats schriftlich vorliegen. Das gilt aber nicht für Warmwasser-Zähler und auch nicht für Ablese-Geräte, die die Werte so speichern, dass der Nutzer sie selbst abrufen kann.
  • Wenn der Vermieter den Verbrauch von Heizung und Warmwasser der letzten drei Jahre aufschlüsseln lässt („Verbrauchsanalyse“), tragen die Mieter die Kosten dafür.
  • Bei sogenannten Passivhäusern, die einen sehr niedrigen Energieverbrauch haben, wird nur noch das Warmwasser nach Verbrauch abgerechnet – Heizkosten aber nicht mehr. „Der Aufwand lohnt sich wegen der geringen Einsparmöglichkeiten nicht“, sagt Fachmann Happ.
  • Einige Mieter profitieren ab sofort von einer neuen Vorgabe: „Der Vermieter ist jetzt in einigen Fällen verpflichtet, die Heizkosten zu 70 Prozent nach dem Verbrauch abzurechnen“, erklärt Happ. Dies betrifft vor allem ältere, schlecht gedämmte Gebäude, die mit Gas oder Öl beheizt werden. Billiger wird es dann für Mieter, die sparsam heizen   oder in Wohnungen mit wenig Außenwänden leben.
  • Neu ist schließlich, dass Vermieter den „Abrechnungsmaßstab“ (die Aufteilung in Grund- und Verbrauchskosten) vor jeder Abrechnungsperiode ändern können. Aber nur, wenn es sachliche Gründe dafür gibt – etwa eine bessere Wärmedämmung. Außerdem muss so eine Änderung den Mietern vorab angekündigt werden.
  • Ausgaben für die Reinigung eines Öltanks gelten ebenfalls als Betriebskosten und dürfen damit auf die Mieter umgelegt werden. Das befand erst vor kurzem der Bundesgerichtshof (das Aktenzeichen dieses Urteils: BGH VIII ZR 221/08). Er hat damit laut Mieterbund „eine unter den Amts- und Landgerichten seit Jahren strittige Rechtsfrage endgültig entschieden“.

Übrigens: Bei den Heizkosten sollte man jetzt auch kontrollieren, ob der Vermieter einfach seine Abschlagszahlungen ansetzt. Das darf er nämlich nicht, wie der Bundesgerichtshof Anfang 2012 entschieden hat (Aktenzeichen VIII ZR 156/11). Der Mieter hat vielmehr Anspruch auf Abrechnung der tatsächlichen Kosten der jeweiligen Periode.

Wie Sie sonst noch Heizkosten sparen können, erfahren Sie auf der

> AKTIV-Themenseite Heizkosten

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