Cluster

Netzwerke nützen


Firmen profitieren gleich mehrfach vom Ideenaustausch

Coburg.„Gerade in Krisenzeiten sind Netzwerke ein entscheidender Vorteil“, sagt Manfred Riehl, Vertriebsleiter Medizintechnik der Gaudlitz GmbH. „Da treffen sich all die, die echtes In­teresse aneinander haben und Ideen entwi­ckeln. So effizient liefert das keine Internet-Recherche.“

Jeder zweite Kontakt ist vielversprechend

Der Mann weiß, wovon er spricht. Im März, auf einem Treffen des Medizintechnik-Netzwerks „Forum MedTech Pharma“, hat Riehl in München gleich 13 neue Kontakte geknüpft: „Davon sehen sieben sehr interessant aus. Ein neuer Lieferant ist dabei und drei mögliche Neukunden.“

Die Medizintechnik ist eine von 19 „Cluster“-Branchen, die seit 2006 von der Bayerischen Staatsregierung ge­fördert werden: Bis 2011 erhalten sie 45 Millionen Euro, um die Zusammenarbeit von Firmen und anderen Ideen­lieferanten zu stärken und Inno­vationen auf den Weg zu bringen. Davon profitieren Firmen wie die Gaudlitz GmbH. Sie ist mit 375 Mitarbeitern in Coburg und weiteren 100 im Ausland auf das Spritzgießen von Kunststoffen spezialisiert. Die Hälfte ihrer Produkte geht in den Automobilbau, wie Antriebe für elektrische Handbremsen oder Sitzverstellungen.

Ein anderes Standbein, mit wachsender Bedeutung, ist die Medizintechnik: Ablagen für den Bohrer des Zahnarztes, Gehäuse für Behandlungsstühle, aber auch Displays und Außenteile für Blutzucker-Messgeräte.

Aktuell sind Riehls Mitarbeiter an einem Auftrag dran, den ihr Chef bereits auf einem Cluster-Treffen 2007 erstmals ins Auge  fasste: Verbindungsstücke für Schläuche von Endoskopen. Die helfen bei Bauch-Operationen, wenn es nur kleine Schnitte geben soll.

Von rund 850 Akteuren im Medizintechnik-Clus­ter sind knapp 400 Firmen. Die anderen sind Forscher und Mitarbeiter von Hochschulen. Vier von zehn Akteuren sind sogar in weiteren Clustern aktiv. Das hat eine Studie des Karlsruher Fraunhofer-Instituts für System- und Innovationsforschung ergeben. Sie zeigt: In den 19 Clustern stellt jeder Dritte nach anderthalb Jahren zahlreiche Vorteile fest.

Vom Schaltknüppel zum Hüftgelenk

Gaudlitz-Vertriebsleiter Riehl zum Beispiel kann sich vorstellen, dass Keramikspritzguss auch anderweitig verwendet wird: neben hochwertigen Innenverkleidungsteilen, wie dem Schaltknüppel im Auto, in Zukunft auch bei abriebfesten Hüftgelenken. Sein Tipp: „Bei einmal geknüpften Kontakten dranbleiben!“

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