Alles bio oder was?

Netzwerk INRO macht sich für die Zertifizierung von Öko-Rohstoffen stark

Rizinus: Aus den Samen der Pflanze gewinnt man Öl, etwa für neue Kunststoffe. Foto: Fotolia

Essen. In Turnschuhen, Sportbrillen und Benzinleitungen steckt ein raffinierter Hochleistungskunststoff – auf der Basis von Rizinus! Nachwachsende Rohstoffe wie dieser, den der Spezialchemie-Konzern Evonik in Essen einsetzt, sind auf dem Vormarsch. Ein Netzwerk (INRO) will jetzt die Öko-Alternativen zertifizieren.

Weltweit spitze beim Bio-Anteil

Diese sollen dort, wo es Sinn macht, fossile Rohstoffe ersetzen. Das ist ein Ziel der Branchen-Ini­tiative für Nachhaltigkeit „Chemie³“. Längst liefern viele Pflanzen und Tiere das Material für Plastik, Farben, Lacke, Schmierfett, Klebstoffe, Fasern, Kosmetika, Wasch- und Arzneimittel. Bei Evonik gibt es bereits Aminosäuren, Antiklopfmittel, Öladditive, Polyamide und Klebstoff-Komponenten auf Basis von Zucker sowie natürlichen Fetten und Ölen.

Derzeit liegt der Bio-Anteil in Deutschland bei 13 Prozent. Ein Spitzenwert in der Welt! Bis 2030 wird er sich wohl verdoppeln. Allerdings können auch nachwachsende Rohstoffe der Umwelt schaden. Etwa wenn Regenwald oder Torfmoore riesigen Plantagen weichen müssen. Deshalb setzt sich INRO, ein Zusammenschluss aus Unternehmen, Verbänden, Behörden, Wissenschaft und Nichtregierungsorganisationen, für eine freiwillige Zertifizierung ein.

2013 einigten sich die Mit-glieder auf einen Kriterien-katalog. Er orientiert sich an den gesetzlichen Vorgaben für Biokraftstoffe, ergänzt um soziale Standards. Die Biomasse-Produzenten sorgen etwa für ethisch korrekte Arbeitsbedingungen. „Es gibt bereits genug Palmöl und Zucker aus zertifiziertem Anbau“, sagt INRO-Moderatorin Michaele Hustedt.

Transparent und nachvollziehbar

Jetzt durchleuchten Unternehmen wie Evonik ihre Lieferketten: „Eine Zertifizierung ist für uns die Möglichkeit, transparent und nachvollziehbar zu handeln“, so Jan Wolter, der den Konzern bei INRO vertritt. „So unterstützen wir auch unsere Kunden dabei, ihre eigenen Nachhaltigkeitsziele zu erreichen.“


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