Autos hui – Pisten pfui

Müssen wir bald auch noch Pkw-Maut blechen?


München. Chic, sparsam, schnittig: Alle Welt blickt ab dem 12. September bei der Internationalen Automobil-Ausstellung in Frankfurt am Main auf die neuen deutschen Karossen. Hoffentlich schaut keiner unsere Straßen genauer an. Schlaglöcher, Engpässe, marode Brücken! Es fehle überall an Geld, stöhnen Politiker – und deshalb kocht schon wieder die Debatte um die Pkw-Maut hoch.

Die Zahlen aber sprechen eine andere Sprache: 53 Milliarden Euro blechen die Autofahrer bereits pro Jahr in Form von Steuern und Abgaben.

Sprit-Steuern füllen die Rentenkasse

„Die Behauptung, es sei zu wenig Geld da, ist scheinheilig“, sagt An­dreas Hölzel, Sprecher des Autofahrer-Verbands ADAC mit Sitz in München. „Zumal von den 53 Milliarden nur 19 Milliarden in den Bau und Erhalt von Straßen fließen.“

Die Kosten für Autofahrer, vom Sprit über Reparaturen bis zur Führerscheingebühr, sind laut ADAC seit 1995 um die Hälfte gestiegen, deutlich stärker als die Verbraucherpreise. Beim Volltanken mit 50 Litern Super zahlte man im Juli 46 Euro Steuern, bei Diesel 35 Euro. Ein großer Teil fließt in die Rentenkasse. Hölzel: „Eigentlich gibt es für die Mineralölsteuer eine Zweckbindung, sie wird aber jedes Jahr von der Regierung ausgehebelt.“

Laut Kölner Forschungsinstitut KE-Consult hängen unmittelbar am Pkw-Verkehr zwei Millionen Arbeitsplätze und eine Wirtschaftsleistung von 119 Milliarden Euro pro Jahr. Autofahren dürfe „nicht zum Privileg weniger Bevölkerungskreise werden“, warnt Kay Lindemann, Geschäftsführer des Verbands der Automobilindustrie.

Und der Präsident des Bundes der Steuerzahler, Reiner Holznagel, sagt angesichts des Rekord-Steueraufkommens: „Der Staat hat kein Einnahmeproblem.“

Marodes Straßennetz: Was haben Sie da schon erlebt?

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