Wirtschaftslexikon

Monopol


Von einem Monopol spricht man, wenn es auf einer der beiden Seiten des Marktes nur einen Akteur gibt – also genau einen Anbieter oder genau einen Kunden. Letzteres kommt in der Realität allerdings nur selten vor, etwa wenn Staaten eigene Rüstungsprojekte ausschreiben.

Die Gefahr eines Monopolisten ergibt sich aus seiner marktbeherrschenden Stellung. Ein alleiniger Anbieter zum Beispiel kann seine Preise frei festsetzen, weil Verbraucher nicht zur Konkurrenz ausweichen können. Er kann ohne Rücksicht seinen eigenen Profit maximieren – und schadet damit der Gesellschaft insgesamt.

Kartellbehörden sollen Marktmacht begrenzen

Um solche Fälle zu vermeiden, gibt es Kartellbehörden wie das Bundeskartellamt. Sie überwachen die Märkte und schreiten ein, wenn die Gefahr besteht, dass Firmen zu mächtig werden. Dazu können die Ämter etwa Zusammenschlüsse von Unternehmen untersagen oder mit Auflagen belegen. Zu solchen Eingriffen des Staates kommt es meist schon lange, bevor sich ein Monopol anbahnt.

Denn auch sogenannte Oligopole, das sind Marktkonstellationen mit nur wenigen Anbietern, sind problematisch. Je kleiner die Zahl der Akteure, desto leichter können sie etwa ein Kartell schließen, um mit Absprachen über Preise, Absatzmengen oder Regionen den Wettbewerb untereinander auszuhebeln. Ein Oligopol bilden zum Beispiel die großen Erdöl-Förderstaaten.

Unter wenigen Akteuren kann sich unter Umständen sogar ein wettbewerbshemmendes, kooperatives Verhalten stillschweigend und ohne ausdrückliche Abmachungen einstellen. Ein intensiver Wettbewerb unter vielen Anbietern drückt hingegen die Preise, regt zu Innovationen an und sichert Qualität.

Es gibt allerdings auch Monopole, die nicht verhindert werden sollen. Das sind sogenannte natürliche Monopole, in denen ein einzelner Anbieter deutlich günstiger arbeiten kann als mehrere, etwa aufgrund hoher Fixkosten. Die Bereitstellung von Netzen für Strom und Telekommunikation ist ein Beispiel dafür. Eine doppelte Infrastruktur wäre Verschwendung.

Solche Monopole bedürfen jedoch einer staatlichen Regulierung, um Kunden vor überhöhten Preisen zu schützen. In Deutschland gibt es dafür unter anderem die Bundesnetzagentur.

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