Antennen unter der Erde

Mobilfunk: So sichert Kathrein mit neuer Technik die Netzqualität in Innenstädten

Rosenheim. Das Smartphone hat Empfang. Aber das Foto im Internet hochladen – dauert ewig. Gerade auf dem Land sind immer noch zu häufig langsame Datenübertragungsraten der Grund für mobiles Surfen im Schneckentempo.

Aber auch in prinzipiell gut ausgebauten Innenstädten kommt es immer wieder zu Verzögerungen, weil Kapazitäten fehlen und das Netz deshalb in Stoßzeiten überlastet ist.

Bei Anlagen auf Altbauten redet der Denkmalschutz mit

Der Rosenheimer Kommunikationstechnik-Spezialist Kathrein hat nun mit dem Schweizer Mobilfunk-Anbieter Swisscom ein neues Antennensystem entwickelt, das den Netzausbau in Innenstädten deutlich einfacher macht.

Denn mit „Kathrein Street Connect“ können die nötigen Antennen unsichtbar unter der Erde verschwinden und müssen nicht mehr wie bislang an Gebäuden angebracht werden. „Optische Gründe sprechen oft gegen sichtbare Antennen“, erklärt Helmut Mühlbauer, Leiter Produktmanagement Mobilfunkantennen bei Kathrein. „Außerdem sind gerade in Innenstädten viele Gebäude denkmalgeschützt.“ Das mache ein Genehmigungsverfahren manchmal schwierig und darüber hinaus fast immer langwierig.

Antennen im Boden zu verstecken, ist da einfacher. Dass die dann auch noch funktionieren, zeigt sich gerade in der Schweiz. Mobilfunk-Anbieter Swisscom benutzt die Technik seit Jahresbeginn in Zürich, Basel, Bern und Lausanne.

„Wir sind sehr froh darüber, dass das System dort nun in Betrieb ist“, sagt Mühlbauer. „So können wir anderen Netzbetreibern zeigen, dass es in der Praxis funktioniert.“

Kathrein will das System für den städtischen Mobilfunk weltweit vermarkten und rechnet sich vor allem in Nordamerika und Europa Chancen aus. „Auch deutsche Mobilfunk-Anbieter zeigen Interesse“, berichtet Mühlbauer. In einigen Städten werde bereits getestet.

Digitale Infrastruktur – ein Überblick

  • 95 Prozent der bayerischen Haushalte hatten 2015 am Wohnort Zugang zum schnellen LTE-Mobilfunknetz, so eine Studie der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft.
  • In größeren Städten wie München, Nürnberg, Augsburg oder Ingolstadt liegt die Quote bei fast 100 Prozent.
  • In ländlichen Regionen und im grenznahen Bereich ist die Versorgung jedoch deutlich schlechter. So haben in Passau etwa nur 54 Prozent der Haushalte LTE-Zugang.
  • Die tatsächliche Verfügbarkeit (nutzungsabhängig) liegt deutlich darunter – deutschlandweit bei 53 Prozent.
  • Die mobile Datenübertragungsgeschwindigkeit beträgt dabei im Schnitt 5,7 Mbit/s.
  • Die Breitbandversorgung in Bayern lag Mitte 2015 bei 67 Prozent (ab 50 Mbit/s) und 78 Prozent (ab 30 Mbit/s).
  • In Städten konnten die Haushalte zu 94 Prozent mit 30 Mbit/s surfen, auf dem Land nur zu 51 Prozent.

Artikelfunktionen


Diese Beiträge könnten Sie auch interessieren:

'' Zum Anfang