Hightech für Werkstoff-Bearbeitung

Mit Laserlicht lässt sich Metall ganz präzise schneiden

Hannover. Ein Knopfdruck – und der Laser begibt sich in Position. Er soll Löcher in eine fingerdicke Metallplatte schneiden. Statt des scheppernden Geräuschs, das man vom Stanzen kennt, erfüllt das Rauschen des Prozessgases die Halle. Im Inneren der Schneidanlage startet ein Funkenflug, als der Laser auf das Metall trifft. „Mit der Anlage können die verschiedensten Materialien hochpräzise geschnitten werden“, sagt Maschinenbau-Ingenieur Jörg Hermsdorf (46).

Er ist einer von rund 180 Mitarbeitern im „Laser Zentrum Hannover“ (LZH) – und forscht mit seinen Kollegen an entsprechenden Technologien. „Laser können zum Schneiden, Bohren, Schweißen oder Reparieren eingesetzt werden“, erläutert Hermsdorf. „Dafür entwickeln wir Anlagen und Prozesse.“

Die Lasertechnik zeichnet sich vor allem durch Präzision und Schnelligkeit aus: Weil die Energie punktgenau eingebracht wird, können feinste Konturen und komplexe Strukturen mit hoher Genauigkeit entstehen. „Das reduziert Nacharbeit und Arbeitsschritte, etwa bei Schweißnähten, und erhöht so die Produktivität“, betont LZH-Geschäftsführer Dietmar Kracht.

Weil der Laser berührungslos arbeitet, können Betriebe mit großen Stückzahlen hohe Wartungskosten sparen. Es lassen sich auch bestehende Anlagen nachrüsten. Und manches ist nur mit Laser möglich, etwa artfremde Materialien wie Alu und Kupfer verschweißen oder temperaturempfindliche Werkstoffe bearbeiten. „Bei einigen Arten der Laserbearbeitung verdampft das Material explosionsartig“, erklärt Kracht. „Dadurch entsteht kein Wärmeeintrag.“

Von großem Vorteil ist der Laser auch bei Bauteilen aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff: „Bislang mussten die oft selbst bei kleinen Schäden ausgetauscht werden. Mit dem Laser können wir Faserschichten punktuell abtragen, damit sie anschließend ausgebessert werden können.“ Und beim sogenannten 3-D-Druck wird Pulver mithilfe des Lasers geschmolzen und so lange immer neu aufgeschichtet, bis ein Bauteil entstanden ist. „Damit können wir auch komplizierte Formen fertigen.“

Im konkreten Fall prüft das LZH gemeinsam mit dem Betrieb, ob sich eine Investition lohnt. Kracht: „Für Testzwecke vermietet eines unserer ausgegründeten Unternehmen auch Laseranlagen und Ingenieure.“

Schon gewusst?

Das Laser Zentrum Hannover

  • 1986 wurde das Laser Zentrum Hannover e. V. (LZH) als außeruniversitäres Institut gegründet. Mit rund 180 Mitarbeitern macht es grundlagenorientierte und angewandte Forschung. Es wird gefördert durch das niedersächsische Wirtschaftsministerium.
  • Das Zentrum bearbeitet auch Aufträge aus der Industrie. Zudem gab es bis heute 17 erfolgreiche Ausgründungen.

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