Clevere Alternativen zum Dispo

Mit Abruf- und Ratenkrediten lässt sich die Zinslast senken


Da waren Zinsen noch greifbar: Albert Ankers Ölgemälde „Der Zinstag“ ist rund 140 Jahre alt. Foto: akg-images
Da waren Zinsen noch greifbar: Albert Ankers Ölgemälde „Der Zinstag“ ist rund 140 Jahre alt. Foto: akg-images

Manchmal reicht das Geld einfach nicht ganz: Die Kfz-Versicherung muss gezahlt werden, ein Kind geht auf Klassenfahrt – und dann gibt auch noch die Waschmaschine den Geist auf ... Praktisch, wenn man dann einen ausreichenden „Dispo“ hat und das Konto einfach überziehen kann.

Praktisch? Ja. Aber teuer!

Dabei geht es auch billiger: und zwar mit einem Abruf- oder einem Ratenkredit.

Für den Dispo berechnen viele Banken aktuell um die 12 Prozent: Wer stets mit 1.000 Euro in den Miesen hängt, zahlt dafür also 120 Euro pro Jahr.

„Ein Ratenkredit ist viel günstiger“

„Sehr viele Kunden nehmen die hohen Zinsen einfach in Kauf – obwohl sie wissen müssten, dass eine längere Überziehung sehr teuer sein kann“, erklärt Julia Topar vom Bankenverband. Der Weg aus dem Dispo werde oft erst gewählt, wenn der Bankberater eine Umschuldung anbietet.

„Dabei ist ein Ratenkredit in der Regel viel günstiger als der Dispokredit“, so Topar  weiter. „Die Zinsen sind für die gesamte Laufzeit festgelegt, und der Kunde kann sich darauf einstellen, was er pro Monat zurückzuzahlen hat.“
2.500 Euro als Ratenkredit über 24 Monate sind ab knapp 3 Prozent zu haben – also sehr günstig. Flexibilität gibt es beim Ratenkredit jedoch nicht: Er ist damit das genaue Gegenteil vom Dispo.

Zwischen diesen beiden Extremen „flexibel, aber teuer“ und „billig, aber unflexibel“ liegt ein weiteres Angebot der Banken, der sogenannte Abrufkredit. Er verbindet niedrigere Zinsen mit hoher Flexibilität. Aber weil diese Variante nicht so bekannt ist, wird sie seltener nachgefragt – und somit auch nicht von allen Kreditinstituten angeboten.

„Vorteil eins: Bevor ich ihn abschließe, kann ich vergleichen, welche Bank die besten Konditionen hat“, erklärt Topar. „Denn ich muss den Abrufkredit ja nicht bei der Hausbank beantragen.“ Vorteil Nummer zwei: Die Zinsen sind in der Regel günstiger als beim Dispo (wenn auch höher als beim Ratenkredit).

„So schnell wie möglich zurückzahlen“

Der dritte Vorteil: Ein Abrufkredit kann fast nach Belieben zurückgezahlt werden. Wobei viele Banken eine Mindest-Tilgung verlangen. Vorteil vier : „Liegt beispielsweise die Mindestkreditsumme bei 2.500 Euro und der Kunde beansprucht nur die Hälfte, muss er auch nur für diesen Teil Zinsen zahlen“, so Topar.

Und schließlich gibt es auch noch einen Nachteil beim Abrufkredit: Weil der Zinssatz flexibel ist, kann er während der Rückzahlungsphase auch steigen. Damit würden sich natürlich die Kreditkosten ungeplant erhöhen. Wobei Fachfrau Topar betont: „Beim Abrufkredit gilt wie bei allen Darlehen: Es ist immer besser, Kredite so schnell wie möglich zurückzuzahlen.“

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