Rohstoffe

Milliarden-Schatz unter der Erde


Deutsche Tradition: Erz-Abbau – hier auf einem Altarbild aus dem 16. Jahrhundert – war lange ein wichtiger Wirtschaftszweig. Foto: dpa

In Deutschland könnte bald wieder Kupfer abgebaut werden

Spremberg. Der deutsche Kupferbergbau ist Geschichte – mit dem Untergang der DDR ging die traditionsreiche Förderung im Mansfelder Land zu Ende. Aus gutem Grund: Das Erz mühsam aus dem ostdeutschen Boden zu holen, war teurer, als es einfach zum Weltmarktpreis einzukaufen. Doch im 21. Jahrhundert haben sich die Vorzeichen geändert – und in der Lausitz soll ein Kupferbergwerk gebaut werden.

Schon 2015 könnte es in Betrieb gehen, hofft Bergassessor Eike van der Linden. Er ist Chef der jungen Spremberger Firma KSL Kupferschiefer Lausitz, die zur Minera-Holding gehört.

Dass die Region hochwertigen Kupferschiefer birgt, ist schon lange bekannt; der benachbarte polnische Teil der Vorkommen wird nach wie vor munter ausgebeutet. Van der Linden kann denn auch auf Forschungsergebnisse aus DDR-Zeiten zurückgreifen: Er rechnet damit, hier insgesamt gut 1,5 Millionen Tonnen Kupfer gewinnen zu können. Das ist immerhin fast so viel, wie Deutschland innerhalb eines Jahres verbraucht.

Das Erz schlummert allerdings tief unter der Erde: Um es herauszuholen, müssen zu-nächst knapp 800 Millionen Euro investiert werden, so der KSL-Chef. „Bei den derzeitigen Preisen würde sich das nicht lohnen“, räumt er ein.

Der Kupferpreis: 2003 dümpelte er unter 2.000 Dollar pro Tonne. Schon drei Jahre später war er vier Mal so hoch, angetrieben nicht zuletzt von der Kupfer-Gier Chinas. Und noch 2008 kratzte der Tonnenpreis an der 9.000-Dollar-Marke – aber dann schmierte er im Zuge der Krise ab, auf derzeit um die 3.000 Dollar.

Bürgermeister hofft auf neue Jobs

Das schreckt die Kupfergräber aber nicht: „Wir rechnen langfristig mit einem Preis von 4.500 bis 5.000 Dollar pro Tonne“, erklärt van der Linden. Der Abbau des Milliarden-Schatzes werde 20 bis 25 Jahre dauern.

„Man muss einen sehr langen Atem haben“, sagt Sprembergs Bürgermeister Klaus-Peter Schulze. Er empfängt KSL jedenfalls mit offenen Armen: 15 Hektar Industriegebiet mit Gleisanschluss stehen für das Bergwerk bereit, so Schulze, der auf mehr Gewerbesteuer und etwa 1.500 neue Arbeitsplätze hofft.

Mit „Widerständen in der Bevölkerung“ gegen das Projekt sei nicht zu rechnen, meint Schulze. Eher im Gegenteil: Im Braunkohle-Revier lebend, hätten die Spremberger schon viele Fachfirmen und Dienst­leister zu bieten, die in Sachen Bodenschätze nicht bei null anfangen müssen.

Info: Vielzweck-Metall

Kupfer und seine Legierungen wie zum Beispiel Messing stecken in sehr vielen Produkten – wegen der praktischen Eigenschaften des weichen Metalls: Kupfer leitet elektrischen Strom und Wärme sehr gut, es wird bei Kälte nicht spröde und es wirkt antibakteriell. Kupfer steckt in Münzen, Stromkabeln und Wasserrohren, aber auch in Handys, Mikrochips und Sonnenkollektoren.

www.kupferinstitut.de

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