Wirtschaftslexikon

Mietpreisbremse


Die Mietpreisbremse begrenzt den Gestaltungsspielraum, den Vermieter haben, wenn sie eine Immobilie wieder vermieten. Sie dürfen in Gebieten mit angespanntem Wohnungsmarkt nur noch 10 Prozent mehr als die ortsübliche Vergleichsmiete verlangen. Als Anhaltspunkt gilt – falls vorhanden – der Mietspiegel.

Ob die Mietpreisbremse in bestimmten Städten oder Vierteln gelten soll, entscheiden die Bundesländer. Sie können ein Gebiet für höchstens fünf Jahre ausweisen. Das Gesetz zur Mietpreisbremse nennt für einen angespannten Wohnungsmarkt vier Indikatoren: Mieten, die deutlich stärker als im Bundesdurchschnitt steigen, eine durchschnittliche Mietbelastung der Haushalte, die das bundesweite Niveau deutlich übersteigt, eine wachsende Bevölkerung verbunden mit unzureichendem Neubau von Immobilien sowie Leerstände bei hoher Nachfrage nach Wohnungen.

Neubau und Modernisierung sind ausgenommen

Um den Immobilienmarkt nicht unattraktiv für Investoren zu machen, gibt es Ausnahmen für die Mietpreisbremse. Vermieter von Neubauten dürfen ihre Mieten frei festlegen – sowohl zur Erstvermietung als auch später. Gleiches gilt nach einer umfassenden Sanierung von Bestandsimmobilien. Das ist der Fall, wenn der Standard eines Neubaus erreicht wird. Als Faustformel gelten auch Modernisierungskosten in Höhe von einem Drittel eines Neubaus.

Kritiker warnen davor, dass es die Mietpreisbremse nicht einfacher macht, eine bezahlbare Wohnung in attraktiver Lage zu finden. Denn die Regelung schafft keinen neuen Wohnraum. Bleiben die Mieten auf Dauer niedriger als das Marktniveau, kann sich eine größere Zahl von Menschen begehrte Immobilien leisten – und mehr potenzielle Mieter streiten dann um dieselbe Wohnung.

Zum Wirtschaftslexikon:

Was heißt eigentlich …?

Welche weiteren Begriffe sollen im Wirtschaftslexikon erklärt werden? Schreiben Sie uns:
redaktion@aktiv-online.de

Artikelfunktionen


Diese Beiträge könnten Sie auch interessieren:

'' Zum Anfang