Ein Schwellenland mit Perspektive

Mexiko liegt mittlerweile schon auf Platz 14 der größten Volkswirtschaften der Welt


Puebla. Ausbildung? „Hab ich nicht“, schüttelt Leonardo Rodriguez den Kopf. Der 21-Jährige steht rauchend vor einer Autowerkstatt auf der Avenida Reforma in Puebla und wartet auf Kundschaft.

Seit sechs Jahren repariert er hier meist abgerockte Gurken. „Ich kann nicht alles am Motor machen“, gibt er zu, aber das werde schon noch. Beim Stichwort „Berufsschule“ schaut er fast erschrocken. „Schule? Nein, ich muss Geld verdienen.“ 2.000 Pesos in der Woche kommen so zusammen, also etwa 115 Euro.

Die Welt ist das nicht. Und Ro­driguez steht mit seinem geringen Einkommen nicht allein da. Knapp 150 Euro wöchentlich beträgt laut Weltbank das durchschnittliche Pro-Kopf-Einkommen in Mexiko.

Und doch: Das Land mit seinen 116 Millionen Einwohnern belegt mittlerweile den 14. Platz unter den größten Volkswirtschaften. An Industrie, Handel und Dienstleistungen hat man einiges vorzuweisen, und rund 1.300 deutsche Firmen sind hier aktiv. Die beiden größten mexikanischen Unternehmen sind der staatliche Erdölgigant Pemex (140.000 Mitarbeiter) und der Stromproduzent CFE, der größte in ganz Lateinamerika.

Letztes Jahr wuchs die gesamte Wirtschaftsleistung laut Internationalem Währungsfonds um 3,8 Prozent. Für das laufende Jahr wird ein Wachstum von 3,5 Prozent erwartet. Aber die schlechten beruflichen Pers­pektiven für Millionen ungelernter Mexikaner sind ein großes Problem – und die hohe Kriminalität. Allein der Umsatz der Drogenkartelle wird auf 100 Milliarden Dollar pro Jahr geschätzt.

Export-Schlager duale Ausbildung: Lesen Sie auf AKTIVonline, wie deutsche Firmen Azubis in Mexiko fit für den Beruf machen.

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