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Ein Like für die Betriebe

Metall- und Elektroindustrie in Baden-Württemberg setzt auf Erklärvideos, Apps & Co.

In der Industrieproduktion ist die Digitalisierung längst angekommen. Immer mehr Unternehmen der Metall- und Elektrobranche nutzen das Internet jetzt auch für die Kommunikation. AKTIV zeigt hier vier pfiffige Ideen.

Plattform gestartet: Liebherr-Fans zeigen auf der Fotoplattform Turmfdrehkrane auf der ganzen Welt. Foto: Liebherr

Plattform gestartet: Liebherr-Fans zeigen auf der Fotoplattform Turmfdrehkrane auf der ganzen Welt. Foto: Liebherr

Stuttgart. In der Industrie-Produktion hat die Digitalisierung längst Einzug gehalten. Auch wenn sich Unternehmen nach außen darstellen wollen, wird das Internet immer wichtiger. Fast drei Viertel aller Betriebe nutzen einen oder mehrere Social-Media-Kanäle, das zeigt eine neue Erhebung des Branchenverbands Bitkom in Berlin.

Mit Facebook, Youtube oder Xing wollen Unternehmen ihre Marke bekannter machen, begehrte Fachkräfte an sich ziehen oder ihre Produkte mit einem Video anschaulich darstellen. Auch innerhalb des Betriebs wird häufig online kommuniziert, sei es über eine gemeinsame Wissensplattform oder über Mitarbeiter-Apps.

AKTIV stellt vier beeindruckende Beispiele aus baden-württembergischen Metall- und Elektro-Betrieben vor:


Die Welt von oben aus dem Turmdrehkran

Gigantisch: Das Foto eines Fans zeigt die Baustelle des Ponsteiger in Amsterdam. Foto: Eric Bouw, Liebherr
Gigantisch: Das Foto eines Fans zeigt die Baustelle des Ponsteiger in Amsterdam. Foto: Eric Bouw, Liebherr

Biberach. Communitys für Hobby-Bastler oder Science-Fiction-Fans: Die gibt’s zuhauf im Netz. Eine Plattform für Kranfahrer und Kran-Fans ist schon ungewöhnlicher. Die Firma Liebherr in Biberach hat so eine Gemeinschaft ins Leben gerufen.

Der Hersteller von Turmdrehkranen hat seit 2016 eine eigene Plattform, auf der sich Kranbegeisterte austauschen. Sie können hier Fotos hochladen und kommentieren. Außerdem finden sie aktuelle Produkt-Infos von Liebherr. Auf einer Weltkarte können Besucher einen Ort anklicken und sehen dann mit den Augen eines Kranfahrers die Welt von oben: Metropolen, Strände, Gebirge, mit Sonnenaufgang oder mit Regenbogen. Jedes Bild erzählt eine Geschichte.

Das Projekt erhielt den Deutschen Preis für Onlinekommunikation 2018 in der Branche „Metall & Maschinen“, den das Magazin „Pressesprecher“ gemeinsam mit der Quadriga-Hochschule in Berlin vergibt. Mehr als 2.000 Bilder wurden bisher auf der Plattform hochgeladen, von über 1.000 Standorten weltweit. Mehr als 60.000 Besucher haben sich bisher für die „Tower Crane World“ interessiert.

tower-crane-world.com

Tim Wiese mäht für McCulloch

Duell der besonderen Art: Ex-Nationaltorwart Tim Wiese (links) gegen Tuning-Profi Jean Pierre Kraemer (rechts). Foto: Gardena
Duell der besonderen Art: Ex-Nationaltorwart Tim Wiese (links) gegen Tuning-Profi Jean Pierre Kraemer (rechts). Foto: Gardena

Ulm. Riesentraktor gegen Handmäher, Freischneider gegen Sense, Motorsäge gegen Handkettensäge – in drei Disziplinen zeigten Ex-Nationaltorwart Tim Wiese und der Moderator Jean Pierre Kraemer in einem „Duell der Maschinen“, was in ihnen steckt.

Diese Marketing-Aktion der Marke McCulloch aus dem Hause Gardena in Ulm haben Millionen Fans im Social Web verfolgt, gelikt und geteilt. Kraemer kämpfte dabei mit den Motorgeräten von McCulloch. Wiese vertraute auf seinen Bizeps.

Bei Influencer-Marketing-Kampagnen wie dieser setzen Unternehmen auf bekannte Stars, um viele Fans damit auch für ihre Produkte zu begeistern. Gardena ist zufrieden mit dem Erfolg: „Die Kampagne hat die gewünschte Flughöhe erreicht.“ Das „Duell der Maschinen“ war 2018 für den Kundenpreis des Verbands Heimwerken, Bauen und Garten nominiert.

ao5.de/gardena

Wichtige Infos in der Hosentasche

Immer dabei: Mit der App können sich Mann+Hummel-Mitarbeiter überall und jederzeit informieren. Foto: Mann+Hummel
Immer dabei: Mit der App können sich Mann+Hummel-Mitarbeiter überall und jederzeit informieren. Foto: Mann+Hummel

Ludwigsburg. An jedem Ort und zu jeder Zeit gut informiert sein: Das Unternehmen Mann+Hummel macht es mit der App „M+H Connect“ für seine Mitarbeiter möglich. Vor allem den gewerblichen Mitarbeitern, die keinen Computer-Arbeitsplatz haben, bietet das große Vorteile.

„Früher konnten wir ihnen Informationen nur über das Schwarze Brett oder das Intranet zur Verfügung stellen, auf das sie über allgemeine Produktions-PCs Zugriff hatten“, sagt Svetlana Becker, die bei dem Filterhersteller in Ludwigsburg die digitale Mitarbeiter-Kommunikation steuert. Die neue Technik mache es viel einfacher, am Arbeitsplatz zu kommunizieren: „Mitarbeiter können sich eigenständig informieren und mit ihren Kollegen austauschen.“

Mann+Hummel beschäftigt weltweit 20.000 Mitarbeiter und ist an 80 Standorten weltweit präsent. Mit der App auf dem Handy können sich auch Fachkräfte vom anderen Ende der Welt unkompliziert über laufende Projekte informieren. Die Datensicherheit hatte bei der Entwicklung hohe Priorität. Alle Daten sind auf einem Server in Deutschland gespeichert.

Blick hinter die Kulissen mit dem Audi-Blog

Aktuell: Das Audi-Blog berichtet über Veranstaltungen, wie hier mit dem Interims-Vorstandschef Bram Schot. Foto: Audi
Aktuell: Das Audi-Blog berichtet über Veranstaltungen, wie hier mit dem Interims-Vorstandschef Bram Schot. Foto: Audi

Neckarsulm. Der Automobilkonzern Audi wurde mehrfach für seine Social-Media-Aktivitäten ausgezeichnet. Allein auf Facebook hat Audi 1,9 Millionen Fans, und auf der Video-Plattform Youtube gehört die Nobel-Marke mit fast 550.000 Abonnenten zu den bedeutendsten.

Im Audi-Blog tauschen sich Audi-Liebhaber, Manager, Mitarbeiter und Blogger aus. Von Veranstaltungen, wie dem kürzlich stattgefundenen Innovations-Forum mit dem kommissarischen Vorstandsvorsitzenden Bram Schot, wird aktuell berichtet. Hinter die Kulissen von Audi blickt das Blog schon seit 2012, seit 2017 in neuem Design. 400.000 Besucher hat der Kanal im vergangenen Jahr erreicht.

Neben einer siebenköpfigen Stammredaktion schreiben auch Audianer nebenbei für das Blog. Mitarbeiter berichten hier über ihren Arbeitsalltag, oder es geht um Trends wie künstliche Intelligenz oder um Projekte der Audi-Umweltstiftung.

Und klar, es geht um Autos: Testfahrten mit dem Audi R8, ein Härtetest bei minus 27 Grad, Infos über gefälschte Auoteile oder das Laden von E-Autos.

blog.audi.de

Was Sie als Arbeitgeber auf Facebook beachten sollten:

Der Social-Media-Rechtsexperte Carsten Ulbricht aus Stuttgart erklärt in AKTIV, welche Rolle die Mitarbeiter spielen, wenn Unternehmen auf sozialen Plattformen aktiv sind. Er empfiehlt Social-Media-Guidelines.

Wenn der Chef ein Firmenhandy oder -tablet stellt, heißt das noch lange nicht, dass man alles damit machen darf, was man möchte. Schon das Installieren mancher Apps kann zum Problem werden – Stichwort: Datenschutzgrundverordnung (DSGVO).

Im Web die Sau rauslassen? Keine gute Idee: Eine üble Nachrede auf Facebook kann sogar schwerer wiegen als eine Beleidigung, die man dem Gegenüber live an den Kopf wirft! Anwalt Cristian Solmecke erklärt die Rechtslage.

Darf man in der Arbeitszeit privat telefonieren, online sein oder Briefe schreiben? Macht es einen Unterschied, ob man ein Firmen- oder ein eigenes Gerät benutzt? Und was muss man sonst noch beachten? Eine Expertin im Interview.

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