Tarifpolitik

Metall und Elektro: Die Löhne steigen, das Geschäft stagniert

Berlin. In den tarifgebundenen Betrieben der Metall- und Elektro-Industrie (M+E) steigen die Entgelte am 1. Mai um 2,2 Prozent. Das haben die Tarifpartner schon vor einem Jahr vereinbart.

Damit wächst jetzt einerseits der reale Wohlstand der Beschäftigten weiter: Die Inflationsrate lag im März bei nur noch 1,0 Prozent.

Andererseits geht unser wichtigster Industriezweig damit weiterhin in Vorleistung. Denn die Entgelte steigen schneller, als sich die Geschäfte nach der brutalen Krise erholen konnten. 2009 war der M+E-Umsatz insgesamt ja um ein Fünftel eingebrochen.

„Rentenpläne der Regierung belasten unsere künftige Wettbewerbsfähigkeit“

Daten des Statistischen Bundesamts zeigen: Im Vorjahr hat ein durchschnittlicher Vollzeitbeschäftigter 3.854 Euro pro Monat verdient (Sonderzahlungen wie das Weihnachtsgeld noch nicht eingerechnet). Das waren 15 Prozent mehr als 2007. Der Umsatz der Branche pendelt seit 2011 um 1 Billion Euro – und liegt damit nur 5 Prozent über dem Niveau von 2007.

Und 2014? Beim Entgelt kommen jetzt 2,2 Prozent dazu. Außerdem wirkt natürlich die Tariferhöhung des Vorjahres (plus 3,4 Prozent ab Juli 2013): Damit ergibt sich im Jahresvergleich ein Plus von rund 3,2 Prozent für die Belegschaften.

Ob das Geschäft da mithalten kann, ist noch offen. „Die Auftragslage ist besser geworden“, erklärt Michael Stahl, Chefvolkswirt beim Arbeitgeberverband Gesamtmetall, „deshalb erwarten wir nach zwei Jahren ohne Wachstum in der Produktion endlich wieder ein Plus von etwa 3 Prozent.“

Problematisch ist laut Stahl, „dass die Kostenbelastungen durch die Renten- und Mindestlohnpläne der Regierung unsere künftige Wettbewerbsfähigkeit belasten“. Auch deshalb dürfte die Zahl der M+E-Mitarbeiter kaum noch wachsen. Im Vorjahr hat die Beschäftigung erneut zugenommen, um rund 40.000 Köpfe. „Mit einem ähnlich starken Beschäftigungsaufbau ist 2014 nicht zu rechnen“, so Stahl.


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