Forschung

Mensch und Technik


Deutscher Zukunftspreis – die Chemie macht’s möglich

Berlin. Chemie ebnet den Weg in die Zukunft: mit neuartigen Kunststoffen und Katalysatoren und mit besseren Recycling-Verfahren. Am 1. Dezember wird Bundesprä­sident Christian Wulff den Deutschen Zukunftspreis für die wichtigste technische Lösung des Jahres vergeben. Drei Teams sind im Rennen. Und das haben sie ausgetüftelt:

Laserlicht findet Wertstoffe:

Getränke und Lebensmittel sind hygienisch in leichten Kunststoffhüllen verpackt. Die Herstellung von einem Kilogramm PET (Polyethylenterephthalat) erfordert 1,9 Kilo Rohöl und reichlich Energie. Es  lässt sich zwar recyceln – doch gebrauchtes Material ist oft verunreinigt. Was tun? Unisensor Sensorsysteme in Karlsruhe entwickelte eine Methode („Powersort 200“), um PET von Fremdstoffen zu trennen und daraus neuen, lebensmitteltauglichen Rohstoff für Verpackungen zu gewinnen. Das geht so:

Laserlicht bringt den zerkleinerten Kunststoff zum Leuchten. Da Fremdstoffe ein anderes Licht  aussenden, lassen sie sich mit Powersort 200 schnell und zuverlässig erkennen. Pro Sekunde wertet das System bis zu eine Million Spektren aus und sortiert sogleich die Fremdpartikel heraus. Künftig will sich Unisensor den Elektroschrott vornehmen. Allein in Deutschland fallen einige Hunderttausend Tonnen Kunststoffgehäuse an.

Assistent  mit „Gefühl“:

Sie sind steif und schwer. Und sie packen kräftig zu. Für ihre menschlichen Kollegen sind Industrie-Roboter nicht un­gefährlich, deshalb sind sie von ihnen abgeschirmt. Nicht so der flexible und geschickte „Elefantenrüssel“ aus Kunststoff: Das Greifwerkzeug spürt, wie fest es zufassen darf, selbst bei einem Ei. Darum könnte es später sogar in privaten Haushalten zur Hand gehen.

Entwickelt haben den künstlichen Helfer nach Naturvorbild der Anbieter von Automatisierungstechnik Festo in Esslingen und das Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Entwicklung aus Stuttgart. Er soll Montage, Wartung und Reinigung an schwer zugänglichen Stellen ausführen und dabei mit Menschen zusammenarbeiten.

Turbosuche nach Katalysator

Für chemische Prozesse braucht man Katalysatoren, die den Anstoß geben und dabei Energie sparen. Aber die Suche nach effizienteren Beschleunigern ist langwierig.

Die Innovation des Max-Planck-Forschers Ferdi Schüth und der BASF-Tochter hte in Heidelberg bringt Tempo in die Sache: Die Suche wird 10- bis 100-mal so schnell.

Reaktionssubstanzen strömen gleichzeitig in mehreren parallel verlaufenden Rohren über unterschiedliche Katalysator-Kandidaten. Ventile fangen die gasförmigen Produkte auf, ein Roboterarm zapft Flüssigkeiten ab. Eine Software wertet die Datenflut aus.

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Unternehmen in diesem Artikel

Unisensor Sensorsysteme GmbH

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Unisensor Sensorsysteme GmbH
Am Sandfeld 11
76149 Karlsruhe

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Festo AG & Co. KG

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Festo AG & Co. KG
Ruiter Straße 82
73734 Esslingen am Neckar

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Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung

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Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung
Nobelstraße 12
70569 Stuttgart

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hte Aktiengesellschaft the high throughput experimentaion company

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hte Aktiengesellschaft the high throughput experimentaion company
Kurpfalzring 104
69123 Heidelberg

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