Der Aufschwung am Arbeitsmarkt wirkt auch hier

Mehr Steuern für die Kirchen

Gilt als „Apostel der Deutschen“: Der Mönch Bonifatius verbreitete das Christentum hierzulande. Foto: Fotolia

Köln/Hannover. Die Finanzminister von Bund und Ländern sind nicht die Einzigen, die sich über steigende Einnahmen freuen. Ob katholisch oder evangelisch: Die Kirchensteuern sprudeln.

Deutschlands größter katholischer Kirchenbezirk, das Erzbistum Köln, verzeichnete ein Plus von 5 Prozent. 800 Millionen Euro spülte der Fiskus dieses Jahr in seine Kassen, 38 Millionen Euro mehr als 2014. Das Bistum Rottenburg-Stuttgart meldet 32 Millionen Euro mehr. Und die 20 evangelischen Landeskirchen rechnen mit 3 Prozent Zuwachs.

Zahl der Mitglieder geht aber weiter zurück

Beide Glaubensgemeinschaften profitieren dabei von der guten Konjunktur und der Rekordbeschäftigung. 43,4 Millionen Menschen waren im Oktober erwerbstätig, so viele wie noch nie seit der Wiedervereinigung. Wenn die Steuereinnahmen des Staats zunehmen, wachsen die der Kirchen mit.

Das Jahr 2014 hatte den evangelischen Landeskirchen 5,1 Milliarden Euro Einnahmen beschert. Die 27 katholischen Diözesen verbuchten mit 5,7 Milliarden Euro 2014 zum vierten Mal in Folge mehr Kirchensteuern.

Die gute Kassenlage verdeckt jedoch einen anderen Trend: Die Zahl der Mitglieder geht zurück. 2014 kehrten 220.000 Katholiken sowie 270.000 Protestanten ihrer Kirche den Rücken. Noch zählt die katholische Kirche rund 24 Millionen Gläubige, die evangelische hat 23 Millionen. Und noch gleicht die brummende Wirtschaft den Aderlass mehr als aus.

Was die Kirchen mit den hohen Einnahmen machen? Dazu Thomas Begrich, Abteilungsleiter Finanzen beim evangelischen Dachverband EKD in Hannover: „Wir müssen die Mitarbeiter und die Gebäude finanzieren.“ Kirchliche Arbeit kostet Geld. Beispielhaft für die Etatpolitik der Glaubensgemeinschaften rechnet er vor: „Ein Fünftel des Budgets geben wir für Seelsorge aus.“ Mit einem weiteren Fünftel werden die Kitas und Kindergärten bezuschusst.

Viel Geld für Kinder und Jugendliche

Der Gemeindearbeit mit Kindern und Jugendlichen dienen 12 Prozent und 10 Prozent der Erhaltung und Pflege von Gebäuden. 8 Prozent gehen für Verwaltung drauf.

Doch auf Dauer schlägt die schwindende Zahl der Kirchenmitglieder auf die Steuern durch, Wirtschaftswachstum hin oder her. Deshalb braucht man auch hier Fachleute, die gut rechnen können.


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