Konjunkturpakete

Mehr Netto: Viel Geld vom Staat


Peer Steinbrück: Der Fi­nanzmi­nis­­ter rückt das Geld raus. Fotos: dpa, Keystone

Normalverdiener haben 1.000 Euro mehr als gedacht

Berlin. Im Februar soll es verabschiedet werden: das neue „Konjunktur­paket“. Es wird direkt im Geldbeutel spürbar werden – aber das haben vier von fünf Bundesbürgern noch gar nicht begriffen, wie re­prä­sen­tative Umfragen für „Spiegel“ und „Stern“ aufzeigten.

Lohnsteuer sinkt 2009 und 2010

Kein Wunder. In den letzten Monaten ist politisch und höchstrichterlich an so vielen Stellschrauben zugleich ge­dreht worden, mal hin und mal her, dass sich kaum noch überblicken lässt: Was bleibt jetzt eigentlich unter dem Strich für mich über? Die Antwort: Mehr Netto!

Für aktuell von Kurzarbeit Be­troffene sieht es natürlich nicht ganz so gut aus, aber auch sie pro­fitieren von den Änderungen.

Ein Beispiel: In diesem Jahr kann ein normaler Industrie-Mitarbeiter – verheiratet, zwei Kinder, 40.000 Euro Jahresbrutto, 20 Kilometer Arbeitsweg – rund 1.000 Euro mehr ausgeben, als er noch im Herbst gedacht hätte.

  • Genau 772 Euro bringen  ihm laut Finanzministerium die beiden Konjunkturpakete: Der Staat senkt nicht nur Sozialbeiträge, sondern auch die Lohnsteuer; zu­dem gibt’s mehr Geld für jedes Kind. Auf aktiv-online.info/entlastung fin­den Sie detaillierte Tabellen mit den Zahlen auch für andere Lebenslagen.
  • Außerdem landen schon in den nächs­ten Monaten mindestens rund 200 Eu­ro zusätzlicher Steuererstattung für die Jahre 2007 und 2008 auf dem Konto des beispielhaf­ten Arbeitnehmers – wegen des Verfassungsgerichtsurteils zur Pendler­pauschale. Na­tür­lich nur, wenn er seine Steuererklärung für diese Jahre ge­macht hat (oder das noch nachholt).

Auch für 2009 gilt bei der Pendlerpauschale die altgewohnte Regelung.

Damit ist die Entspannung an der Netto-Front noch nicht vorbei. Zwei weitere Änderungen sind schon in Sicht:

  • In elf Monaten sinkt die Steuerlast ein zweites Mal – auch das steht schon im aktuellen Konjunkturpaket.
  • Ebenfalls ab Januar 2010 muss die steuerliche Abzugsfähigkeit der Krankenkassenbeiträge verbessert werden: Das ist eine Vorgabe des Verfassungsgerichtes. Auch das sollte mehr Netto bringen.

„Die Entlastungen sind auf Dauer angelegt“, betont die Regierung und hofft: „Auf diese Weise stärken wir die Leistungsbereitschaft und den Grundoptimismus der Menschen.“

Praktisch, dass dabei auch die Preisstabilität mitspielt: Im Dezember lag die In­flationsrate nur noch bei 1,1 Prozent.

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