Entgelt-Abrechnung

Mehr Netto im neuen Jahr

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Die meisten Arbeitnehmer merken es sofort: Im Januar gibt es etwas mehr Netto! Aber warum eigentlich? Bleibt das auch so? Und wieso gibt es bald noch einen kleinen Nachschlag?

Die wichtigste Änderung, erfreulich für alle Beschäftigten: Der Beitragssatz zur gesetzlichen Rentenversicherung ist zum Jahreswechsel von 19,6 auf 18,9 Prozent vom Brutto gesenkt worden. Möglich (und gesetzlich vorgegeben) war das, weil der im Vorjahr sehr stabile Arbeitsmarkt der Rentenkasse hohe Reserven beschert hatte.

Damit sparen jetzt Betriebe und Mitarbeiter – und zwar jeweils 0,3 Prozent vom Brutto. Wer also zum Beispiel 3.500 Euro im Monat verdient, dem bringt die Änderung 10,50 Euro im Monat.

Leicht angestiegen ist dagegen der Beitrag zur gesetzlichen Pflegeversicherung – weil deren Leistungen etwas verbessert worden sind. Die 0,1 Prozentpunkte mehr Beitrag teilen sich die Firmen und ihre Beschäftigten. Für unseren Beispiel-Mitarbeiter bedeutet das eine zusätzliche Belastung von 1,75 Euro im Monat. Unter dem Strich hat er dieses Jahr also gut 100 Euro mehr Netto in der Tasche.

Gutverdiener werden stärker zur Kasse gebeten

Wer deutlich mehr verdient, muss jetzt aber noch aus einem anderen Grund mehr Sozialbeiträge entrichten: Wegen der allgemein gestiegenen Löhne haben sich die Beitragsbemessungsgrenzen nach oben verschoben – also die Werte, bis zu denen der Beitrag synchron mit dem Einkommen steigt.

In der gesetzlichen Rentenversicherung liegt diese Grenze für westdeutsche Arbeitnehmer jetzt bei 5.800 Euro Monatseinkommen (und damit 200 Euro höher als 2012). Für ostdeutsche Mitarbeiter gelten 4.900 Euro (das sind 100 Euro mehr als bisher). In der gesetzlichen Krankenversicherung liegt die Beitragsbemessungsgrenze nun bundesweit bei 3.937,50 Euro; 2012 war der Kassenbeitrag noch ab 3.825 Euro Monatsbrutto gedeckelt.

Höherer Grundfreibetrag wirkt sich erst mit Verspätung aus

Für alle Arbeitnehmer gibt es aber bald noch einen kleinen Nachschlag – durch eine steuerliche Korrektur. Der absolut lebensnotwendige Unterhalt wird in Deutschland ja nicht besteuert. Und laut dem aktuellen Existenzminimumbericht der Bundesregierung muss der dafür nötige Grundfreibetrag jetzt wieder angehoben werden: Statt bisher 8004 Euro werden daher in diesem Jahr 8130 Euro vom Einkommen komplett steuerfrei gestellt.

„Für die meisten Steuerzahler bedeutet dies eine Entlastung von 25 Euro im ganzen Jahr“, so der Bund der Steuerzahler. Auf diese gut 2 Euro im Monat mehr muss man aber noch etwas warten. Weil sich das Gesetzgebungsverfahren verzögert hat, muss die (politisch unstrittige) Änderung erst noch förmlich verabschiedet werden –und gilt dann rückwirkend.

„Die Software muss natürlich nach aktuell geltender Gesetzeslage abrechnen“, betont dazu die Software-Schmiede Datev, „das heißt, für den Januar noch mit den nach wie vor geltenden Werten aus dem Vorjahr.“ Damit der neue Grundfreibetrag in die Software eingepflegt werden könne, sei zudem der neue „Programmablaufplan“ aus dem Bundesfinanzministerium nötig – „zu rechnen ist damit frühestens Mitte Februar“.

Je nach Betrieb und Programm dürfte also erst die März- oder April-Abrechnung den aktuellen Stand der Dinge ganz korrekt wiedergeben.


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