Staat fördert Energiesparen

Mehr Geld für sanierungsfreudige Eigenheimer

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Frankfurt. Mithilfe der staatlichen Förderbank KfW kommt man in vielen Fällen günstiger ins Eigenheim – klare Sache. Die KfW hilft aber nicht etwa nur beim Kaufen oder Bauen, sondern auch, wenn es darum geht, eine Immobilie in Sachen Energie auf Vordermann zu bringen. „Energetische Sanierung“ heißt das im Experten-Jargon – und die entsprechenden Fördersätze sind gerade deutlich erhöht worden.

Sogar, wer da nur Kleinigkeiten anpackt, kann mit staatlicher Hilfe rechnen: Der KfW-Investitionszuschuss für „Einzelmaßnahmen“ wie etwa den Einbau neuer Fenster beträgt jetzt 10 Prozent der förderfähigen Kosten, maximal gibt es 5.000 Euro.

Wer mehr tut, bekommt mehr. Saniert man zum Beispiel rundherum so, dass am Ende ein „KfW-Effizienzhaus 70“ herauskommt, gibt es satte 20 Prozent Investitionszuschuss, maximal aber 15.000 Euro pro Wohnung.

„KfW-Effizienzhaus 70“ heißt: Das fertig sanierte Gebäude benötigt nicht mehr als 70 Prozent der nach modernen Standards akzeptablen Primärenergie, Maßstab ist da die Energieeinsparverordnung 2009. Wobei sich der Wert „70“ auch auf den „Transmissionswärmeverlust“ bezieht – das ist die Energie, die durch die Gebäudehülle verloren geht.

Ohne Energieberater läuft nichts

Diese sehr technischen Kriterien zeigen schon: Auf eigene Faust loslegen ist nicht drin, wenn man Fördergeld einsammeln will – zumal die Anträge bei der KfW immer vor Baubeginn gestellt werden müssen.

„Der Eigentümer muss auf jeden Fall einen Energieberater mit ins Boot holen“, erklärt Manuela Mohr, Expertin bei der KfW, „die von uns akkreditierten Berater sind über die Internetseite www.energie-effizienz-experten.de einfach zu finden.“

Alternativ zum direkten Investitionszuschuss kann man bei der KfW auch einen Förderkredit mit Tilgungszuschuss beantragen. Voraussetzung dafür ist eine Sanierung zum Effizienzhaus. Dieser Tilgungszuschuss ist ein früher Teilerlass derjenigen Kreditschulden, die für die Sanierung aufgenommen werden (wobei die KfW-Kredite ja generell schon sehr niedrige Zinssätze bieten).

Auch hier ist die Förderung verbessert worden: „Beim KfW-Effizienzhaus 70 gibt es jetzt 12,5 Prozent Tilgungszuschuss, maximal 9.375 Euro pro Wohneinheit“, erklärt Mohr. Der Teilerlass wird verbucht, wenn der Verwendungsnachweis vorgelegt worden ist – „in der Regel also nach etwa einem Jahr“, so Mohr.

Extra-Zuschuss möglich – je nach Bundesland

Was bringt denn nun mehr: Der Investitionszuschuss oder die Kreditvariante mit Tilgungszuschuss? „Was besser ist, lässt sich so pauschal nicht sagen“, betont Mohr. Hier ist gründliche Beratung durch die Hausbank sinnvoll. Die muss aber ohnehin eingeschaltet werden, wenn es um KfW-Kredite geht.

Und dort sollte man sich auch gleich danach erkundigen, was das einzelne Bundesland womöglich dazugibt! In Baden-Württemberg zum Beispiel stockt die staatliche L-Bank jetzt nach eigenen Angaben den KfW-Tilgungszuschuss des Bundes „um jeweils 2,5 Prozentpunkte auf, das gilt für alle Effizienzhaus-Niveaus“. In unserem Effizienzhaus-70-Beispiel bedeutet das: Bis zu 1.875 Euro Extra-Zuschuss für einen Häuslebauer aus dem Ländle.

Einen knappen Überblick über die Programme der einzelnen Bundesländer bietet das auch sonst hilfreiche Internet-Portal www.baufoerderer.de.

Schließlich vergibt die KfW jetzt auch Förderkredite speziell für die Umstellung der Heizungsanlage auf erneuerbare Energien (Ferien- und Wochenendhäuser bleiben allerdings außen vor). Diese günstigen Darlehen dürfen mit Zuschüssen aus dem Marktanreizprogramm des Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) kombiniert werden. Auch diese Förderung ist im Vorjahr verbessert worden. Informationen dazu finden Sie hier auf AKTIVonline.

Über die Leistungen der Förderbank KfW kann man sich auf der Homepage www.kwf.de informieren sowie bei der kostenlosen Hotline, die unter 0800 - 539 90 02 erreichbar ist.


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Normalerweise ist er die größte Anschaffung des Lebens: der Kauf einer eigenen Immobilie. Es gilt also, sich vor dem Gang zum Notar so gut wie nur irgend möglich zu informieren – sowohl, was das Objekt selbst und seine Lage betrifft, als auch über die Baufinanzierung.

aktualisiert am 27.09.2017

Zugegeben: Neue Fenster können einiges kosten. Doch sie können auch einiges an Energie und somit Geld sparen. Nicht zuletzt Nerven – wenn man weitere Faktoren wie Lärm- und Einbruchschutz gleich mitdenkt.

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