Deutschlands größte Jugend-Party

Mega-Event IdeenExpo lockt über 360.000 junge Leute nach Hannover

Über 1.300 Mitmach-Stationen und Workshops gab es beim Mega-Event IdeenExpo. 250 Aussteller zeigten, was sie drauf haben. Junge Leute erlebten Naturwissenschaft, Technik, Industrie hautnah. Und fuhren auf heiße Konzerte ab.

Spaß an Technik wecken: Vera Glaeseker von Niedersachsenmetall. Foto: von Ditfuth

Spaß an Technik wecken: Vera Glaeseker von Niedersachsenmetall. Foto: von Ditfuth

Guter Draht zum Nachwuchs: Niedersachsenmetall-Hauptgeschäftsführer Dr. Volker Schmidt, Wirtschaftsministerin Brigitte Zypries, Ministerpräsident Stephan Weil (von links). Foto: Prell

Guter Draht zum Nachwuchs: Niedersachsenmetall-Hauptgeschäftsführer Dr. Volker Schmidt, Wirtschaftsministerin Brigitte Zypries, Ministerpräsident Stephan Weil (von links). Foto: Prell

Stimmungsvoll und mit Gefühl: Ein großes Feuerwerk … Foto: Herzig

Stimmungsvoll und mit Gefühl: Ein großes Feuerwerk … Foto: Herzig

… und auf der Bühne die Fantastischen Vier … Foto: ideenexpo

… und auf der Bühne die Fantastischen Vier … Foto: ideenexpo

… sowie der Rapper Cro. Foto: Spiering

… sowie der Rapper Cro. Foto: Spiering

Hannover. Die neun Tage in der Landeshauptstadt toppten mal wieder jedes noch so legendäre Festival in Deutschland. Mit über 360.000 Besuchern verzeichnete die IdeenExpo in diesem Jahr einen neuen Rekord. Auf über 100.000 Quadratmetern lockten mehr als 650 Mitmach-Exponate und 700 Workshops zu dem Mega-Event für Naturwissenschaft und Technik. 217 Bühnenbeiträge brachten den jungen Gästen jede Menge Spaß – unter anderem mit den Fantastischen Vier und Glasperlenspiel.

Der TV-Journalist Ranga Yogeshwar und acht Firmen-Chefinnen, darunter Bosch-Entwicklungsleiterin Silke Spitzer, ermunterten Schülerinnen. „Perspektiven in MINT-Berufen – Mädchen treffen weibliche Führungskräfte“, lautete eine Diskussionsrunde. Fazit: Die Chancen auf eine Karriere sind gut. Einhelliger Rat an die jungen Zuhörerinnen: eigene Schwerpunkte setzen, die einem Spaß machen.

Einen Roboter, der den schweren Ranzen trägt und per Infrarotsensor seinem Besitzer folgt: Mit dieser Erfindung holten Kinder der Grundschule Glane aus Bad Iburg den ersten Preis beim Wettbewerb „Ideenfang“ der Stiftung Niedersachsenmetall. In der Sekundarstufe eins überzeugte das Evangelische Gymnasium Nordhorn mit einem autonom fahrenden Bohrgerät aus Lego. Preisgeld: je 2.500 Euro.


Mädchen fräsen Schmuckstücke aus Alu

Im Talent-Camp: Nele Sagert, Amelie Wlassak und Maja Röhling (von links). Foto: von Ditfuth
Im Talent-Camp: Nele Sagert, Amelie Wlassak und Maja Röhling (von links). Foto: von Ditfuth

Maja Röhling muss nicht lange überlegen. „Beste Mami der Welt“ tippt sie auf die Tastatur der CNC-Fräsmaschine, das soll auf ihrem Herzanhänger aus Aluminium stehen. Auf der IdeenExpo stellt die 14-Jährige aus Wolfsburg das kleine Schmuckstück selber her und lernt die Metallbearbeitung hautnah kennen.

Die Alu-Herzen sponsert der Arbeitgeberverband Niedersachsenmetall zusammen mit seinem Schwesterverband IN-Metall und dem Dachverband Gesamtmetall. Unter dem Motto „Meine Zukunft in der Metall- und Elektro-Industrie“ präsentieren sich die Verbände auf dem Jugend-Event für Naturwissenschaften und Technik. Über 250 Aussteller sind mit dabei, zu erleben sind mehr als 650 Mitmach-Exponate, Wissens-Shows und Konzerte.

Die Vielfalt der Angebote hat Maja Röhling anfangs überwältigt. Doch die Fräsmaschine weckte ihr Interesse. „Eigentlich will ich Jura studieren. Wenn das nicht klappt, finde ich einen Beruf in der Metall- und Elektro-Industrie auch spannend“, erzählt sie.

Auch Amelie Wlassack und Nele Sagert geben die Koordinaten ihrer Gravuren auf dem Touchscreen ein. Nach wenigen Sekunden sind die Anhänger beschriftet. Zerspanungsmechaniker Jannis Helmsen erklärt den Mädchen, wie sie den Grat abkneifen und die Kanten abfeilen. „Das hat Spaß gemacht“, findet Nele.

Weiter geht es zum nächsten Exponat. Mit wuchtigen Disco-Beats machen drei Roboter der Firma ABB auf sich aufmerksam. Danach gehen die Roboter ihrer Arbeit nach und verpacken Kekse in Schachteln. Am Ende der Produktionslinie steht Lilly Filan (14) aus Hildesheim, die ein Päckchen ergattert. Aus der Greifzange des Roboters nimmt sie ihr Geschenk entgegen: „Das war ein ungewohntes Gefühl.“ Programmierer Gerd Dombrowski beruhigt: „Davor muss man keine Angst haben.“ Bei Kontakt bleibt die Maschine stehen. Die Roboter sind für eine Zusammenarbeit mit dem Menschen gemacht.

„Wir haben auf dieser IdeenExpo die richtige Mischung aus Hightech, etwas zum Staunen, Überraschungen, Neuigkeiten und Basics wie der Metallwerkstatt“, freut sich Projektleiterin Vera Glaeseker von Niedersachsenmetall: „Dass die Besucher Hand anlegen dürfen und dabei von Auszubildenden betreut werden, ist unser Erfolgsrezept.“ Viele finden Gefallen am Fräsen, Löten, Feilen, Sägen oder Programmieren – und informieren sich gleich über Ausbildungsplätze in der M+E-Industrie. Und eine Sache steht auch schon fest: 2019 geht die nächste IdeenExpo an den Start.

Mehr zum Thema:

Die IdeenExpo als Kontrast zur Welt von heute: Statt Unsicherheit und Orientierungsschwäche zeigten die jungen Leute Lebensfreude und Faszination für Technik. Das macht Mut, findet der Hauptgeschäftsführer des Arbeitgeberverbands.

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