Start frei für mehr Wettbewerb

Marktöffnung: Beim Thema Verkehr zeigt die Politik Mut – leider nicht überall


Beim Thema Verkehr zeigt die Politik Mut – leider nicht überall

Berlin. Bald geht’s los: Vom 1. Januar 2013 an dürfen Reisebusse im deutschen Fernverkehr der Bahn Konkurrenz machen. Abgesehen von wenigen Strecken ist das bisher nicht erlaubt, nun hat die Politik endgültig verkündet: Das 78 Jahre alte Monopol wird abgeschafft.

„Innerdeutsche Reisen werden jetzt merklich günstiger“, verspricht zum Beispiel der Friedrichshafener Jungunternehmer Ingo Mayr-Knoch. Er hatte sich schon 2009 mit Bus-Angeboten vorgewagt, daraufhin allerlei juristische Scharmützel mit der Bahn ausgefochten – und so den Wettbewerb auf Fernstrecken mit angeschoben. Wie viele andere Wettbewerber kommt er jetzt mit Kampfpreisen daher: etwa München-Frankfurt ab 9 Euro.

Marktöffnung – und der Verbraucher profitiert: Auch das 70 Jahre alte Monopol der Schornsteinfeger wird zum Jahreswechsel fallen. Dann können sich Privathaushalte den Kaminkehrer aussuchen.

Zwar ist Konkurrenz allein noch keine Garantie für sinkende Preise. So hat sich Strom trotz der 1998 von der EU durchgesetzten Marktöffnung verteuert.

Paradebeispiel: Telefon und Internet

„Das ist aber eine Sondersituation“, sagt Klaus Holthoff-Frank, Generalsekretär der Monopolkommission. Sie berät die Regierung in Wettbewerbsfragen. „Auch der Staat sorgt dafür, dass die Kosten für Energie weiter steigen – mit zusätzlichen Abgaben und mit den steigenden Umlagen zur Subventionierung der erneuerbaren Energien.“ Das Interesse der Politiker, weitere Märkte zu öffnen, habe leider nachgelassen, so Holthoff-Frank. „Das macht uns Sorgen.“ Als Beispiele nennt er Wasserversorgung und Müllabfuhr: „Da tut sich so gut wie nichts.“

Und im Briefverkehr stockt es. „Hier gibt’s bisher kaum Wettbewerb“, kritisiert der Experte. Bei Sendungen bis 1.000 Gramm Gewicht hat die Deutsche Post 90 Prozent Marktanteil.

Dagegen gilt die Telekommunikation als Paradebeispiel für eine gelungene Öffnung. „Der Wettbewerb funktioniert hier hervorragend“, so Florian Krüger vom Branchendienst Verivox. „Nach der Liberalisierung 1996 sind die Preise deutlich gesunken – und nach wie vor gibt es Bewegung nach unten.“

Artikelfunktionen


Diese Beiträge könnten Sie auch interessieren:

'' Zum Anfang