Warum eigentlich ...

... macht Rohrreiniger den Abfluss frei?


Foto: Sandro

Was geht nicht alles den Abfluss runter: Haare, Seifenschaum, Schmutz, Speisereste, Fette und mehr spülen wir täglich ab. Da bleibt mitunter schon was hängen. An manchem Rohrknick stauen sich Reste und verstopfen den Durchfluss. Dann hilft die Chemie: Ein Rohrreiniger macht den Weg frei. Wie schafft er das?

„Rohrreiniger enthalten meist Natriumhydroxid, selten auch Kaliumhydroxid“, erklärt Referatsleiter Bernd Glassl vom Industrieverband Körperpflege und Waschmittel in Frankfurt. Die Stoffe kennt man als Ätznatron oder Ätzkali. Vermischt sich das aggressive Pulver mit Wasser, entsteht eine ätzende Lauge, die Rückstände wie Haare oder Fette auflöst.

„Die chemische Struktur der organischen Stoffe wird geknackt“, so der Experte. Gleichzeitig wird Wärme freigesetzt, was den Prozess beschleunigt. Zusätzlich hilft beigemischtes Aluminiumgranulat. Das reagiert ebenfalls mit der Lauge, es entsteht Wasserstoff. „Das Gas lockert die Ablagerung zusätzlich auf“, so der Experte. Damit sich der Wasserstoff aber nicht mit Luft-Sauerstoff zu explosivem Knallgas verbindet, wird er mit einem Salz (Natriumnitrat) gebunden. Gassl: „Reagieren Nitrat und Wasserstoff, entsteht Ammoniak und damit der unangenehme Geruch.“

Manche Rohrreiniger arbeiten mit Enzymen (Biokatalysatoren). Die bauen organische Klumpen im Rohr biologisch ab. Man sollte sie eher präventiv einsetzen.

gkw

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