Weihnachtsbäume

Lichtblick für den Wald


Reif zum Auspflanzen: Douglasien sind robust und bringen Abwechslung in den Forst. Foto: picture-alliance

Schadstoff-Ausstoß gesunken - Zustand bessert sich

Bonn. Eine Nordmanntanne muss es sein. Der Baum mit dem geraden Wuchs wird in diesem Jahr einen Marktanteil von 80 Prozent erreichen – bei insgesamt 26 Millionen Weihnachtsbäumen in deutschen Wohnzimmern.

Sorgen um den Wald muss wegen dieser großen Zahl geschlagener Bäume aber niemand haben. Sie stammen zu 95 Prozent von Plantagen. Nur 5 Prozent sind aus dem Forst. Und von dort gibt es erfreuliche Neuigkeiten: „Der Wald ist in einem guten Zustand“, sagt Hessens Umweltministerin Lucia Puttrich. Das geht aus den aktuellen Waldschadensberichten hervor.

Viel weniger Schadstoffe

Neben den Hessen haben auch die Rheinland-Pfälzer gerade ihre neue Bilanz vorgelegt. Mit eindeutigem Trend: Nach dem Trockenjahr 2003 war dort nur noch ein Viertel der Bäume ganz gesund – nun ist es wieder ein Drittel. Gleichzeitig ging der Anteil der kranken Bäume mit mittelstarkem bis starkem Blattverlust von einem Drittel auf ein Viertel zurück.

Der Umweltschutz zeigt Wirkung. Christoph Rullmann, Geschäftsführer der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald in Bonn: „Zwischen 1990 und 2008 ist der Ausstoß an Schadstoffen stark gesunken, bei Schwefeldioxid um 90 Prozent, bei Stickoxiden um rund 50 Prozent.“ Das Fazit von Deutschlands oberstem Waldschützer: „Forst und Boden werden entlastet.“

Das lässt sich die Industrie einiges kosten. Allein für Filteranlagen haben die Unternehmen von 2003 bis 2007 rund 3 Milliarden Euro ausgegeben, so das Statistische Bundesamt in Wiesbaden. Alle drei Jahre bringt die Behörde diese Zahlen auf den neuesten Stand.

Können wir also aufatmen, was den Wald angeht? Leider nicht ganz. Der Ausstoß von Stickoxiden aus Kohlekraftwerken etwa lässt sich nicht vollständig unterbinden. Das liegt an den hohen Verbrennungstemperaturen von mehr als 1.000 Grad, so das Umweltbundesamt. Und für Heizungsanlagen von Wohnhäusern gibt es gar keine Filter.

Gefahr der Versauerung

Dazu kommen noch die Belastungen durch das steigende Verkehrsaufkommen und durch extrem heiße Sommer. „Vielerorts schlagen sich deshalb immer noch mehr Stickoxide im Wald nieder, als der Boden abpuffern kann“, sagt Nicole Wellbruck vom Institut für Waldökologie in Eberswalde. Das führe zu Überdüngung und Versauerung. Für Waldschützer Rullmann steht deshalb fest: „Wir müssen uns bei der Luftreinhaltung noch mehr anstrengen.“

Davon würden auch die Weihnachtsbäume auf den bundesweit 1.700 Plantagen profitieren. Bis sie zu voller Schönheit aufragen, brauchen sie zwölf Jahre Zeit. Und ganz viel Pflege.

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