Wirtschaftslexikon

Leitzins

Mit Leitzinsen nehmen Notenbanken Einfluss auf die Konditionen, zu denen Geschäftsbanken ihre Kredite an Kunden vergeben. Deshalb sagt man auch, dass eine Notenbank wie die Europäische Zentralbank (EZB), das Geld „billig macht“, wenn sie ihre Leitzinsen senkt.

Grund für diesen nur indirekten Einfluss ist die Rolle der Geschäftsbanken – also der Sparkassen, Volksbanken und privaten Banken – im Finanzsystem. Denn eine Notenbank bringt Geld nicht in den Umlauf, indem sie selbst Kredite an Unternehmen oder Verbraucher vergibt. In diesen sogenannten Geldschöpfungsprozess sind die Geschäftsbanken zwischengeschaltet.

Wichtig für Hausbauer  

Möchten Kreditinstitute Geld verleihen, können sie sich gegen Sicherheiten – etwa Wertpapiere – bei einer Notenbank mit sogenanntem Zentralbankgeld versorgen. Dessen Preis bestimmt der „Hauptrefinanzierungssatz“, der wichtigste Leitzins der EZB. Je billiger das Geld für die Privatbanken ist, desto günstiger können sie Investitionskredite an Firmen oder Immobilienkredite an private Hausbauer vergeben.

Die Höhe der Leitzinsen bestimmt das Wirtschaftsgeschehen mit. Sie gelten als wichtigstes geldpolitisches Instrument der Zentralbanken. In Konjunkturkrisen sorgen diese mit niedrigen Zinsen zum Beispiel für Investitionsanreize. In der Euro-Krise helfen sie mit diesem Mittel auch verschuldeten Staaten, die unter ihrer hohen Zinslast ächzen.

Seit 2008 hat die EZB ihren wichtigsten Leitzins von 4 auf 0,75 Prozent gesenkt – den bislang niedrigsten Stand. Das merken auch die Sparer. Sie bekommen deshalb kaum noch Zinsen, wenn sie ihre Ersparnisse anlegen.


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