Studie zeigt: Der Milchpreis ist nur ein extremes Beispiel

Lebensmittel sind in Deutschland besonders günstig – warum eigentlich?

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Düsseldorf. Der „Milchpreis-Schock“ sorgt für Wirbel und einen „Milchgipfel“: Weil sehr viel Ware in einen satten Markt drängt, haben Bauern Probleme. Die Verbraucher aber kann’s erst mal freuen.

Um gut 20 Prozent haben Discounter den Preis gesenkt. Nach Auskunft der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft verbraucht ein Bundesbürger im Schnitt knapp 400 Liter jährlich (Milchprodukte wie Butter, Käse und Joghurt eingerechnet). Überschlägig spart damit also jetzt jeder 30 bis 40 Euro pro Jahr.

Und das ist nur ein extremes Beispiel für etwas, das uns das Leben insgesamt leichter macht: „In Deutschland können Verbraucher Güter des täglichen Bedarfs am günstigsten einkaufen“, sagt Marco Sinn von der Marktforschungs- und Beratungsfirma IRI in Düsseldorf.




Die hat für wichtige Industriestaaten einen Vergleich vorgelegt. Es ging nicht um alle Lebensmittel, sondern um Waren wie Milch, Cerealien und Tiefkühlpizza: „Produkte, die einen relevanten Anteil am Wocheneinkauf haben.“ Während Holländer, Spanier und Briten kaum schlechter wegkommen als wir, müssen zum Beispiel Amis, Italiener und Franzosen deutlich mehr fürs gleiche Essen hinblättern. Damit nicht genug. Der IRI-Warenkorb war bei uns Ende 2015 sogar noch einen Hauch günstiger zu haben als Ende 2014.

Das liegt am knallharten Wettbewerb im Lebensmittel-Einzelhandel: „Es gibt in Deutschland besonders viel Verkaufsfläche pro Einwohner“, so Sinn. „Wir haben sehr preisaggressive Discounter. Und eine starke Nachfrage nach den Eigenmarken der Händler – die bei uns traditionell eher im günstigen Preiseinstiegsbereich liegen.“

Laut Statistischem Bundesamt gibt ein privater Haushalt in Deutschland nur 10 Prozent der gesamten Konsumausgaben für Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke aus: Entsprechend viel bleibt uns für andere Dinge, die Freude machen.

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Im internationalen Vergleich sind Lebensmittel bei uns ziemlich billig zu kaufen. Der Grund dafür ist der starke Wettbewerb der großen Handelsunternehmen. Aber obwohl es davon immer weniger gibt, bleiben die Preise niedrig.

„Der Laden um die Ecke ist kein Auslaufmodell“, sagt Handelsexpertin Stephanie Rumpff. Voraussetzung: Man nutzt soziale Netzwerke wie Instagram oder Facebook und setzt im Geschäft auf informierte Verkäufer.

Immer schneller, immer mehr: Amazon liefert so gut wie alles, was in Pakete passt - wenn es sein soll, auch binnen 60 Minuten. AKTIV durfte hinter die Kulissen des „Prime-Now“-Logistikzentrums in Berlin blicken.

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