Urteil

Lärm in der Mietwohnung: Für die Haussanierung gelten die Schallschutz-Vorschriften aus dem Baujahr

Foto: Fotolia

Karlsruhe/Mannheim. Klackernde Stöckelschuhe und dumpfes Getrampel von oben. Das kann ganz schön nerven. Einem Mieter in Mannheim wurde der Lärm zu viel. Er klagte vor Gericht auf Minderung der Miete. Direkt über ihm waren neue Nachbarn eingezogen, denn der Hausbesitzer hatte aus dem bisher unbewohnten Dachboden eine Wohnung gemacht.

Bei der Gelegenheit hatte dieser zwar einen Teil des Estrichs erneuert. Das Haus war danach aber genauso hellhörig wie zuvor, bemängelte der Mieter. Er beanstandete, dass die Isolierung nicht der aktuellen Norm entspricht. Seiner Ansicht nach hätte sich der Vermieter an die heutigen Schallschutz-Bestimmungen halten und den dünnen Boden besser dämmen müssen.

Vor Gericht stieß der lärmgeplagte Kläger jedoch auf taube Ohren: Der Bundesgerichtshof in Karlsruhe entschied in letzter Instanz, dass sich Vermieter bei der Sanierung an den Vorschriften orientieren dürfen, die zu der Zeit galten, als das Haus gebaut wurde. Das Gebäude im vorliegenden Fall stammt von 1952.

Eine Verpflichtung auf die strengeren Bestimmungen von heute sei unrealistisch, so das höchste deutsche Gericht. Denn dann würden viele notwendige Modernisierungen gar nicht erst angepackt.

Die aktuellen Schallschutz-Vorschriften gelten nach der Entscheidung der Richter nur dann, wenn bei der Sanierung alter Gebäude grundlegende Veränderungen vorgenommen werden. Der Vermieter in Mannheim hatte lediglich 12 Prozent des Bodenbelags unterm Dach erneuert.

(BGH, VIII ZR 287/12, 5.6.2013)


Artikelfunktionen


Diese Beiträge könnten Sie auch interessieren:

'' Zum Anfang