Bioplastik

Kunststoffe aus der Natur werden sich bis 2016 verfünffachen


Berlin. Es steckt in Müllbeuteln, Computerteilen, Agrar-Folien, Verpackungen – Bioplastik. Dieser alternative Kunststoff ist gefragt wie nie: Bis 2016 soll der Markt auf weltweit knapp sechs Millionen Tonnen wachsen – das wären fünfmal so viel wie noch im Jahr 2011.

Das steht in der Marktprognose des Branchenverbandes European Bioplastics in Berlin in Zusammenarbeit mit der Hochschule Hannover. „Das Ergebnis hat uns in seinem Ausmaß positiv überrascht“, sagt Hasso von Pogrell, Geschäftsführer des Verbandes.

Bisher werden Kunststoffe überwiegend aus Erdöl gemacht – doch das ist knapp und teuer. Wissenschaftler haben deshalb eine Alternative entwickelt: langkettige Verbindungen aus nachwachsenden Rohstoffen, sogenannte Biopolymere.

Markenhersteller sind längst mit im Boot

Künftig will etwa der US-Konzern Dow Chemical, größter Kunststoffproduzent der Welt, Bioplastik aus Zuckerrohr zum gleichen Preis wie Kunststoffe aus Erdöl herstellen. Der Konzern baut bereits eine Pilotanlage in Brasilien.

Wie groß das Wachstumspotenzial ist, zeigt auch diese Zahl: Im Jahr 2011 bestand erst 1 Prozent aller rund um den Globus hergestellten Kunststoffe aus nachwachsenden Rohstoffen. Noch sind viele Herstellungsprozesse nicht über das Laborstadium hinausgekommen. „Bioplastik könnte technisch bereits heute nahezu alle klassischen Kunststoffe ersetzen“, weiß von Pogrell.

Viele Markenhersteller sind allerdings längst mit im Boot: Coca-Cola und Volvic zum Beispiel setzen bereits biobasierte PET-Flaschen ein, ebenso der „Ketchup-König“ Heinz. Auch der Joghurt-Spezialist Danone und Konsumgüterhersteller Procter & Gamble verwenden Bioplastik für ihre Verpackungen.

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