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Künstliches Tageslicht: Osram macht deutsche Ski-Rennläufer fit

München. Jeder Schwung muss sitzen. Skirennläufer Felix Neureuther darf sich keinen Fehler erlauben, wenn er zum Beispiel die eisige Slalompiste in Kitzbühel hinunterheizt. Die Weltcup-Strecke fordert volle Konzentration.

Neben hartem Training hilft dem Ski-Ass aus Garmisch-Partenkirchen und den Teamkollegen im Deutschen Skiverband (DSV) jetzt noch ein Trick: sogenanntes biologisch wirksames Licht vom Leuchten-Hersteller Osram in München. Es macht die Athleten im Training und vor den Wettkämpfen hellwach. So können sie auf der Piste blitzschnell reagieren – selbst bei Rennen in anderen Zeitzonen und bei Nacht!

Zwei Arten von speziellen LED-Leuchten hat die Firma mit den DSV-Athleten getestet. Die erste Lichtquelle hängen sich die Sportler übers Bett, eine weitere, extrastarke wird in den Aufenthalts- und Trainingsräumen eingesetzt.

Helles Blau zum Aufwachen

Per Zeitsteuerung simuliert die erste Leuchte den Verlauf des Tageslichts im Zimmer – vom hellen Morgenblau bis zur rötlichen Abenddämmerung. „Während der dunklen Jahreszeit hilft das, aktiv in den Tag zu starten und abends schneller zur Ruhe zu kommen“, sagt Andreas Wojtysiak, Biologe und Experte für Licht und Gesundheit von Osram.

Geht es in andere Zeitzonen, wie etwa 2015 zum Ski-Weltcup in die USA, nutzen die Sportler vor allem den zweiten Leuchtentyp. „Die Leuchte ist so hell wie ein Stroboskop in der Disco“, beschreibt Wojtysiak die Leistung des Spezialgeräts. Im Unterschied zur Disco wird es im Dauermodus, also ohne Lichtblitze betrieben.

Die „Lichtdusche“ hat einen Lichtstrom von 80.000 Lumen. „Das ist so viel, als würde man 120 Glühlampen auf einmal einschalten“, so Wojtysiak. Damit wird es schon beim Frühstück taghell. Das Licht verbessert nicht nur die Konzentration der Athleten. Nach langen Reisen bringt es den Schlaf-Wach-Rhythmus schnell wieder in den Takt.

Eine gute Woche dauert es normalerweise, um acht Stunden Zeitunterschied zu verdauen. „Mit dem LED-Licht wird diese Zeit halbiert“, so Wojtysiak. Fazit des DSV nach dem US-Ski-Weltcup: „Die Athleten haben die Umstellung deutlich besser verkraftet.“ Sie holten einmal Bronze und zweimal Silber.

Erster Test für das biologisch wirksame Licht war der Nacht-Slalom 2014 im italienischen Madonna di Campiglio. Neureuther und Fritz Dopfer gelang ein Doppelsieg. Doch Licht ist natürlich nicht alles. Im Jahr darauf ist Neureuther ausgeschieden, er hatte Probleme mit den Ski. Für Dopfer gab’s Platz sechs.

Künftig will der Skiverband die Lichttechnik auch im Biathlon und Langlauf einsetzen. Vor allem in Nordeuropa, wo es im Winter besonders wenig natürliches Tageslicht gibt.


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