Wirtschaftslexikon

Krankenversicherung

Die Krankenversicherung ist das älteste Element der Sozialversicherung. Sie geht auf das 1883 erlassene „Gesetz betreffend der Krankenversicherung der Arbeiter“ zurück. Reichskanzler Otto von Bismarck hatte den entscheidenden Anstoß dazu gegeben.

Zweck ist eine Absicherung gegen das Risiko von Kosten, die mit einer Krankheit verbunden sein können. Möglich macht das die sogenannte Solidargemeinschaft aller Versicherten. Arbeitnehmer in der gesetzlichen Krankenversicherung zahlen einen Beitrag von 8,2 Prozent auf ihr Bruttoeinkommen. Mit dem Arbeitgeberanteil von 7,3 Prozent sind es 15,5 Prozent.

Seit 2009 besteht in Deutschland die allgemeine Krankenversicherungspflicht. Jeder, der hierzulande einen Wohnsitz hat, muss sich bei einem in Deutschland zugelassenen Krankenversicherer versichern. Trotzdem trifft dies auf einen geringen Teil der Erwerbstätigen nicht zu: 2011 waren es nach Angaben des Statistischen Bundesamts 0,2 Prozent oder 137.000 Personen.

Seit 1996 können die gesetzlich Versicherten die Krankenkasse frei wählen

Fast 90 Prozent der Erwerbstätigen sind gesetzlich krankenversichert. Die übrigen haben eine private Versicherung. Für Angestellte ist die zweite Variante möglich, wenn sie im Jahr mindestens 52.200 Euro verdienen (Stand 2013). Das entspricht einem Monatseinkommen von 4.350 Euro.

In der gesetzlichen Versicherung gibt es sechs Arten von Kassen: Allgemeine Ortskrankenkassen (AOK), Betriebskrankenkassen, Innungskrankenkassen, Ersatzkassen, Landwirtschaftliche Krankenkassen und die Deutsche Rentenversicherung Knappschaft-Bahn-See.

Seit 1996 können die Mitglieder die Krankenkasse frei wählen. Die Zahl der Kassen hat sich seit 1970 von mehr als 1.800 auf 134 (Stand: Anfang 2013) verringert. Ende des 19. Jahrhunderts waren es sogar noch 35.000 gewesen.

Der Beitragssatz ist seit 2009 für alle gesetzlichen Krankenkassen einheitlich. Kritiker bemängeln, dass damit der Wettbewerb unter den Kassen stark eingeschränkt sei. Unterschiede entstehen nur noch durch Zusatzbeiträge, die Kassen mit einer weniger guten Finanzlage erheben, und durch Prämien, die etwa besonders gesundheitsbewusste Versicherte erhalten.


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