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Ratenkredit oder Abrufkredit machen die Schulden günstiger

Konto dauernd im Minus? Dann raus aus dem teuren Dispo!

Da waren Zinsen noch greifbar: Albert Ankers Ölgemälde „Der Zinstag“ ist rund 140 Jahre alt. Foto: akg-images

Hamburg. Der Monat noch nicht zu Ende, das Konto aber schon leer … In solchen Fällen hilft meistens der Dispositionskredit, kurz Dispo. Der ist allerdings recht kostspielig, daher sollte man die cleveren Alternativen kennen.

Die Höhe des Dispokredits orientiert sich an den regelmäßigen Geldeingängen, mit der Bank kann auch mehr vereinbart werden. Kerstin Föller von der Verbraucherzentrale Hamburg rät aber zu einem eher niedrigen Betrag, da der Dispo mit im Schnitt 10 Prozent Zinsen pro Jahr der teuerste Kredit ist. Und man sollte ihn nur so hoch wählen, dass man ihn auch kurzfristig aus seinen regelmäßigen Bezügen tilgen kann.

„Wenn man praktisch aus dem Dispo lebt, sollten die Alarmglocken schrillen“

Denn gedacht ist der Dispokredit ja nur dazu, liquide zu bleiben, wenn zwischendurch mal Ebbe auf dem Konto herrscht – und wichtige Buchungen sonst nicht ausgeführt werden könnten. Den erlaubten Rahmen regelmäßig auszureizen, ist nur dann kein Problem, wenn die Beträge relativ gering sind – oder wenn man weiß, dass in naher Zukunft eine ausgleichende Zahlung ansteht, etwa das Weihnachtsgeld.

„Die Alarmglocken sollten aber spätestens schrillen“, so die Expertin, „wenn man schon so tief im Minus steckt, dass man praktisch aus dem Dispo lebt.“ Wenn also das Gehalt nur reicht, um auf dem Konto wieder bei null zu landen. In so einer Situation sollte man schleunigst das Gespräch mit der Bank suchen. Bei ausreichender Bonität gilt: „Man kann einen Ratenkredit abschließen und damit den teuren Dispo ablösen“, rät Föller.

Beim Ratenkredit ist der Zinssatz niedriger – und die Tilgung vorgegeben

Der Zinssatz wird durch diesen Wechsel der Kreditvariante deutlich niedriger, sodass man weniger Zinsen bezahlt und daher allein durch die Umschuldung Geld spart. Beim Ratenkredit wird zudem ein fester Rückzahlungsplan vereinbart, am Ende der Laufzeit sind dann die Schulden zurückgezahlt.

Dafür ist es aber auch wichtig, das bisherige Ausgabeverhalten auf den Prüfstand zu stellen: Oft ist man ja erst durch unbesonnene Anschaffungen in die roten Zahlen gerutscht.

Alternative: Ein Rahmen- oder Abrufkredit

Wer von vornherein eine Alternative zum Dispokredit möchte, für den kann ein Rahmen- oder Abrufkredit interessant sein. Damit steht einem (genau wie beim Dispo) ein bestimmter Betrag zusätzlich zur Verfügung, eben auf Abruf. Auch bei so einem Rahmenkredit sind die Zinsen niedriger als beim Dispo, zahlen muss man sie nur auf den Teil, den man in Anspruch nimmt. „Und man bleibt flexibel, da man den Rahmenkredit jederzeit tilgen kann, ohne eine Vorfälligkeitsentschädigung zahlen zu müssen“, sagt Föller.

Einen Raten- wie einen Rahmenkredit kann man auch unabhängig von seiner Hausbank abschließen: Es lohnt sich daher, die Konditionen zu vergleichen.


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