Fortschritt

Know-how hält uns im Alter fit


Wachstumsmarkt Medizintechnik: Baden-Württemberg liegt weit vorn

Schauspieler Jopi Heesters strahlt mit seinen 106 Jahren ganz viel Lebensfreude aus. Ein beeindruckender Beleg dafür, dass die Menschen immer älter werden.

Umso häufiger brauchen Hüfte, Knie, Zähne, Herz und Nieren die Unterstützung der Medizintechnik. Baden-Württemberg ist mit 2.500 darauf spezialisierten Unternehmen einer der bundesweit bedeutendsten Standorte.

Ein nicht mehr funktionsfähiges Gelenk wird durch ein künstliches ersetzt. Implantate füllen Lücken im Gebiss. Nieren und Herz werden mit komplizierten Geräten unterstützt, Diagnosen mit spezialisierten Verfahren erstellt. „Die Medizintechnologie-Branche ist ein weltweiter Wachstumsmarkt“, so der Bundesverband Medizintechnologie in seinem aktuellen Jahresbericht.

Weltweites Ansehen

Deutschland ist mit einem Anteil von 35 Prozent der größte Markt Europas – und der drittgrößte der Welt. In Baden-Württemberg erzielen insgesamt 30.000 Mitarbeiter in Medizintechnik-Unternehmen einen Umsatz von 4,7 Milliarden Euro. Das entspricht 24 Prozent des Branchenumsatzes in Deutschland (siehe Grafik). Zu dem Ergebnis kam die Wirtschaftsfördergesellschaft des Landes Baden-Württemberg International (bw-i). Zudem findet in Stuttgart jährlich die „Medtec“ statt, europaweit die angesehenste Fachmesse. AKTIV stellt drei Beispiele vor.

Leben mit der Dialyse

1.400 Männer und Frauen arbeiten im deutschen Dialysatoren-Werk des schwedischen Konzerns Gambro in Hechingen. Hier erforschen, entwickeln und produzieren sie künstliche Nieren (Dialysatoren) und Gefäßzugänge (Katheter). Die Produkte und Dienstleistungen gehen rund um den Globus. Sie ermöglichen und erleichtern Menschen mit schweren Nierenerkrankungen das Leben.

Schöner Lächeln

Der in Mannheim ansässige Implantat-Spezialist Dentsply Friadent will mit seinen Produkten im wahrsten Sinne Lücken schließen – Zahnlücken. 450 Mitarbeiter sorgen am Standort für innovative Zahn-implantate sowie Mittel zum Knochenaufbau.

Zielsichere Diagnosen

246 Millionen Menschen leiden weltweit an der Zuckerkrankheit, bis 2030 werden es 438 Millionen sein, schätzen Experten. Sie müssen ständig ihren Blutzuckerwert kontrollieren. Dabei helfen Geräte und Teststreifen von Roche Diagnostics (7.500 Mitarbeiter am Standort Mannheim). Die Tochter des Schweizer Pharma-Konzerns Roche entwickelt aber auch hochkomplexe Labordiagnose-Systeme, zum Beispiel zum Nachweis von Erkrankungen durch Viren oder Bakterien.

Claudia Schön

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