Politik

Klimawandel – Deutschland handelt


Schon wieder ein Gipfel und bange Blicke auf China

Köln. Das Aufgebot war gewaltig. Die Erwartungen eher gering. Regierungen aus 194 Staaten nahmen am Weltklimagipfel im mexikanischen Cancún teil.

Ein paar Wochen zuvor: Bundeskanzlerin Angela Merkel verbirgt ihren Pessimismus über den Ausgang des 16. Gipfels hinter diplomatischer Höflichkeit: „Cancún kann ein wichtiger Schritt werden. Es wird aber mitnichten ein Nachfolge-Abkommen für den Vertrag von Kyoto bringen.“ Dort hatte man sich 1997 darauf geeinigt, wie viel Treibhausgase jeder Industriestaat maximal ausstoßen darf. Sie hat recht behalten.

Kampf gegen Emissionen

Ein Bremser damals wie heute: China. Die Volksrepublik hat die USA als größten Kohlendioxid-Erzeuger abgelöst. Mittlerweile liegt ihr Anteil am weltweiten CO2-Ausstoß bei 21 Prozent.

In Deutschland entstehen 3 Prozent des Stoffes, den Wissenschaftler für den Klimawandel verantwortlich machen. Und trotz stockender Verhandlungen, wie jetzt in Cancún, geht bei uns der Kampf gegen die Emissionen stetig weiter.

  • Industrie: 2009 konnten die Betriebe ihren CO2-Ausstoß um mehr als ein Viertel im Vergleich zu 1990 verringern. Zum Beispiel durch effizientere Maschinen und regenerative Energien.
  • Landwirtschaft: Der Ausstoß des als klimaschädlich geltenden Methans (entsteht vor allem in der Viehzucht) soll bis 2020 um ein Viertel im Vergleich zu 1990 reduziert werden.
  • Verkehr: Die Automobilhersteller werden in einigen Monaten ein entscheidendes Ziel erreichen. Ein Großteil der Neuwagen stößt künftig weniger als durchschnittlich 130 Gramm CO2 je gefah­renem Kilometer aus. Dies schreibt die EU eigentlich erst für das Jahr 2012 vor.
  • Gebäude: 18 Millionen Bauten werden bis 2050 neu gedämmt, so dass sie fast keine Energie mehr verbrauchen. Ein weltweit einzigartiges Projekt entsteht im nordrhein-westfälischen Bottrop. 60 Unternehmen sanieren 12.500 Wohnhäuser. Ihr Ziel: 70 Prozent weniger CO2.

Und sie wollen Besucher aus aller Welt in ihre „Expo für den Klimaschutz“ locken. Vielleicht ist die dann Gesprächsthema auf dem nächsten Gipfel – 2011 in Durban, Südafrika.

Stand: 2009*; Datenbasis; IWR, UNFCC; Visualisierung für AKTIV durch Sasi Research Group, University of Sheffield, www.world­mapper.org. * Für die 65 größten Emittenten, ansonsten Stand 2007

 

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