Spenden

Kleines Geld, großes Herz


Die Deutschen geben deutlich mehr für wohltätige Zwecke als im vorigen Jahr

Nürnberg. Der Aufschwung – jetzt hat er auch unsere Herzen erreicht! Rund 2,2 Milliarden Euro dürften die Deutschen dieses Jahr aus ihrem Einkommen spenden. Das wäre ein Zehntel mehr als letztes Jahr.

Der Trend des ersten Halbjahres (plus 9,1 Prozent) „hat sich in den vergangenen Monaten fortgesetzt“, berichtet Erik Lämmerzahl, Experte beim Nürnberger Konsumforschungsinstitut GfK, im Gespräch mit AKTIV.

180 Euro Rente für Kulturpflege

Die Hilfsbereitschaft ist groß – und nicht etwa deshalb, weil wir in den Abendnachrichten mit noch mehr humanitären Katastrophen konfrontiert würden. „In dieser Hinsicht ist 2007 mit 2006 vergleichbar“, betont Lämmerzahl. Und setzt hinzu: „Ein  Grund  für  den  Anstieg ist mit Sicherheit die bessere wirtschaftliche Lage.“

Bemerkenswert: Besonders spendabel sind derzeit jene Haushalte, die pro Monat weniger als 2.750 Euro netto  haben (das ist in etwa Durchschnitt in Deutschland). Sie gaben im ersten Halbjahr 2007 sogar 17 Prozent mehr als ein Jahr zuvor; im Gesamtjahr dürften es fast 900 Millionen Euro werden.

Die Zahlen stammen aus einer Umfrage unter 10.000 Deutschen ab zehn Jahren. „Das Ergebnis ist repräsentativ“, betont Lämmerzahl. Nur die Superreichen bleiben in solchen Erhebungen erfahrungsgemäß ausgeblendet.  Zum Beispiel Klaus J. Jacobs, Erbe und Ex-Chef der gleichnamigen Kaffeerösterei: Er allein unterstützt die private Universität Bremen aktuell mit 200 Millionen Euro.

Laut GfK wird das meiste Geld für humanitäre Hilfe gespendet (80 Prozent), außerdem für Umwelt- und Tierschutz, Kultur- und Denkmalpflege. Etwa von Rentnerin Helga Kniffka (66): 180 Euro in vier Raten zwackte sie von ihrer Rente für den Bau der Elbphilharmonie in Hamburg ab, erzählte sie dem „Hamburger Abendblatt“.

Der Fiskus gibt gerne was dazu

Insgesamt bitten bundesweit 570.000 Organisationen und 12.000 Stiftungen um Spenden. Sie leben auch von Bußgeldern, Erbschaften und Firmenspenden. „Wie groß diese drei Posten sind, weiß keiner“, sagt Lämmerzahl. Er schätzt, dass sie zusammen noch einmal so viel Geld bringen wie die laufenden Spenden der Privathaushalte.

Tipp: Gemeinnützige Spenden sind steuerlich absetzbar, bis 100 Euro reicht als Beleg der Kontoauszug. Über seriöse Mittel-Verwendung informiert das „DZI-Gütesiegel“ (www.dzi.de).

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