Freibeträge

Kita & Co. bringen mehr Netto


Nachwuchs in der Kita, Eltern im Betrieb: Ausgaben für beruflich bedingte Kinderbetreuung sind absetzbar. Foto: fotolia

Berlin. Nach wie vor geben Millionen von Bundesbürgern dem Staat zinslosen Kredit: weil sie das ganze Jahr über zu viel Steuern zahlen und sich das Geld dann erst per Steuererklärung zurückholen. Dabei können wir auch anders! Wer sich einen Freibetrag auf der Steuerkarte eintragen lässt, der hat sofort mehr Netto.

„Die endgültige persönliche Steuerlast bleibt natürlich unter dem Strich gleich“, erklärt Isabel Klocke, Referentin beim Bund der Steuerzahler, „aber mit Freibeträgen zahlt man eben schon im laufenden Jahr weniger Steuern.“

Ein Beispiel: Wer jeden Tag 25 Kilometer zur Arbeit fährt, sollte laut Klocke den „Antrag auf Lohnsteuer-Ermäßigung“ stellen. Auch für die absetzbaren Kosten der Kinderbetreuung kann man einen Freibetrag geltend machen, ebenso für eine doppelte Haushaltsführung, für Unterhaltszahlungen und so fort.

Vordruck im Internet

Das nötige Formular gibt es beim Finanzamt, das den Eintrag auf der Steuerkarte dann kostenlos vornimmt. Man findet den Antrag aber auch im Netz (zum Beispiel unter www.formulare-bfinv.de  –  Suchwort: „Ermäßigung“). Wer sich so einen Freibetrag eintragen lässt, sollte aber beachten: Ändern sich persönliche Voraussetzungen, weil zum Beispiel der Weg zur Arbeit nach einem Job-Wechsel oder Umzug kürzer wird, so steht am Ende natürlich eine entsprechende Steuer-Nachzahlung ins Haus.

Um schon während des laufenden Jahres der endgültigen persönlichen Steuer möglichst nahe zu kommen, gibt es jetzt übrigens eine Neuerung für Doppelverdiener-Ehepaare: Ab 2010 können Sie sich bei der Wahl der Steuerklassen für das neue „Faktor-Verfahren“ entscheiden. Salopp formuliert, bringt es den Frauen mehr Netto – und ihren Männern weniger.

Bisher wird ja oft die Steuerklassen-Kombination III/V genutzt: Der weniger verdienende Ehepartner (meistens die Frau) nimmt Klasse V und hat damit zu hohe laufende Abzüge. „Diese verzerrende Wirkung hielt aus Sicht der alten Bundesregierung Frauen von sozialversicherungspflichtiger Arbeit ab“, erklärt Klocke.

Daher gibt es nun die Kombination „IV Faktor/IV Faktor“: Das Finanzamt errechnet dabei für das Ehepaar einen persönlichen Korrekturfaktor, der dann auf beiden Steuerkarten eingetragen wird. Natürlich nur auf Antrag.

Mehr Elterngeld mit Steuerklasse III

Und wer sollte ganz besonders auf die Steuerklassen achten? Werdende Eltern! Der Partner, der in Elternzeit gehen will, sollte zuvor Steuerklasse III haben: Damit ergibt sich nämlich dann ein höheres Elterngeld – und es ist legal, nur deshalb die Steuerklassen zu wechseln.

Mehr zum Thema:

Zwei Dinge sind sicher im Leben, weiß der Volksmund – der Tod und die Steuern … Und sicher ist damit auch, dass AKTIV immer wieder Tipps zu Steuerthemen gibt. Wichtige Artikel finden Sie hier.

aktualisiert am 29.09.2017

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