Tipp der Woche

Kindergeld: Mindestens 33.264 Euro pro Kopf

Wie lange Sie es bekommen, was Sie beachten sollten

Dass Vater Staat Kindergeld bezahlt: Geschenkt, das dürfte allgemein bekannt sein. Doch wenn es um die Details geht, strecken viele Eltern vorzeitig die Waffen – und verzichten so auf Geld, das sie eigentlich von Amts  wegen  aufs  Konto  bekommen sollten!

Immerhin 33.264 Euro pro Kind sind allen Eltern sicher: 154 Euro im Monat, mindestens bis zu Juniors 18. Geburtstag. Fürs vierte und jedes weitere Kind gibt es sogar 179 Euro.

Mehr Geld per„Zählkind“

Auf diesen Punkt sollten El-tern achten, die aus mehreren Beziehungen Kinder haben! Ein Beispiel: Ein Paar hat drei Kinder, der Vater zudem eines aus einer früheren Beziehung. Beantragt die dreifache Mutter das Kindergeld, bekommt sie 462 Euro im Monat. Beantragt aber für die gleichen drei Kinder der Vater das Kindergeld, bekommt er jeden Monat 25 Euro mehr. Denn sein Kind aus der früheren Beziehung wird als „Zählkind“ mitgerechnet.

Für arbeitslos gemeldeteKinder gibt es Kindergeld bis zum 21. Geburtstag. Für Wehr- oder Zivildienstleistende gibt es zwar kein Kindergeld – aber dafür kann die Bezugszeit dann um die Dienstzeit verlängert werden. Wie immer geschieht auch das nur auf Antrag bei derKindergeldkasse des örtlichen Arbeitsamtes.

Vater Staat zahlt auch, für maximal vier Monate, während der „Zwangspausen“, zum Beispiel zwischen Schulabschluss und Ausbildungsbeginn. Und für Azubis und Studierende gibt’s Kindergeld, so lange die Ausbildung dauert. Allerdings nur bis zum 25. Geburtstag – und nur, wenn der Nachwuchs nicht zu viel verdient.

Aber in diesem Punkt haben höchstrichterliche Urteile für Bewegung gesorgt. Ergebnis: Auch wenn ein Kind mehr als 10.000 Euro im Jahr verdient, sollten die Eltern sehr genau nachrechnen. Zwar dürfen die Einkünfte und Bezüge des Kindes   (wie etwa Bafög)  nicht mehr als exakt 7.680 Euro im Jahr betragen. Werbungskosten dürfen aber abgezogen werden, mindestens die Pauschale von 920 Euro. Und die Sozialversicherungsbeiträge dürfen ebenfalls abgezogen werden, wie das Bundesverfassungsgericht 2005 klargemacht hat.

„Fallbeil-Effekt“steht vor Gericht

Wenn die so errechneten Einkünfte aber nur einen Euro über der genannten Grenze liegen, fällt das Kindergeld komplett weg. Ob dieser „Fallbeil-Effekt“ rechtmäßig ist oder ob eine fließende Regelung nötig ist, muss nun der Bundesfinanzhof klären (das Aktenzeichen: III R 54/06).

Wer also ein Kind mit etwas zu hohen Einkünften hat, der sollte über einen Einspruch nachdenken. Oder sogar einen neuen Antrag stellen: Der Anspruch verjährt erst nach vier Jahren.

www.familienkasse.de


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