Tipp der Woche

Kfz-Versicherung: Ewige Treue? Nicht nötig!

Anbieter-Wechsel kann viel Geld sparen

Stichtag: 30. November. Bis dahin können Sie, wie jedes Jahr, Ihre Auto-Versicherung kündigen – ohne Angabe von Gründen. Es kann sich lohnen, sich darüber allmählich Gedanken zu machen: Der teuerste Anbieter verlangt meistens mehr als das Doppelte von dem, was der günstigste Anbieter kostet. Das betont Lilo Blunck, Geschäftsführerin beim Bund der Versicherten.

Wer mal eben die Angebote fürs eigene Gefährt überprüfen möchte, kann das einfach im Internet machen. Dort bieten Seiten wie www.aspect-online.de, www.financescout24.de oder www.fss-online.de kostenlose Vergleichsrechner an.

Schon ein Anruf kann sich lohnen

Es lohnt sich durchaus auch, einfach bei der eigenen Versicherung nach aktuellen Konditionen zu fragen. Denn oft führen die Gesellschaften neue Konditionen ein, die eigentlich auch für Altverträge gelten. Allerdings werden die betroffenen Kunden nicht unbedingt darauf aufmerksam gemacht! So kann es passieren, dass „Bestandskunden“ deutlich mehr für die gleiche Leistung bezahlen als ein neuer Kunde.

Ein weiteres Problem bei Altverträgen: Laut Expertin Blunck ist oft die „grobe Fahrlässigkeit“ nicht eingeschlossen. „Sie ist aber wichtig“, erklärt Blunck. Sie rät, den eigenen Vertrag daraufhin zu überprüfen – und gegebenenfalls Unfälle nach „grober Fahrlässigkeit“ mitversichern zu lassen. Für einen vorsätzlichen Unfall zahlt natürlich keine Versicherung.

Aber nicht alles, was neu ist, ist auch sinnvoll. Aktuell wirbt eine Firma für ein Zusatz-Angebot: Die Versicherung würde beispielsweise einspringen, wenn der Fahrtwind die Motorhaube öffnet und diese aufs Autodach schlägt. Oder wenn ein Kaufinteressent bei der Probefahrt den Wagen klaut. „Das sind sehr spezielle Situationen“, sagt Blunck. Letztendlich müsse sich jeder nach seinem Sicherheitsbedürfnis richten – aber: „Wir raten von solchen Policen eher ab.“

Eine Vollkasko-Versicherung sollte übrigens in eine günstigere Teilkasko-Police abgeändert werden, wenn der Wagen etwa vier Jahre alt ist. Ausnahme: Wenn die Kredit-Finanzierung eines Autos noch läuft, ist die Vollkasko-Versicherung in jedem Fall sinnvoll.

Kündigung am besten per Brief

Der Weg zum günstigeren Tarif ist kurz: Man überlegt sich, welche Absicherung man über die vorgeschriebene Kfz-Haftpflicht hinaus möchte. Man holt Vergleichsangebote ein (siehe unten) und entscheidet sich. Und dann muss man (wie gesagt: spätestens zum 30.November) der Versicherung einen Brief schicken, in dem die Police gekündigt wird.

Bei Tarif- oder Konditionsänderungen, nach einem Schadensfall oder auch beim Kauf eines neuen Autos ist der Versicherte übrigens nicht an den Stichtag gebunden: Dann kann sofort (mit Angabe des Grundes) gekündigt werden. „Das Wichtigste steht, wie meistens bei Verträgen, im Kleingedruckten“, sagt Blunck noch, „darum sollte man sich das gut durchlesen, bevor man unterschreibt“.


Guter Musterbrief

Seine Tipps in Sachen Kfz-Versicherung hat der Bund der Versicherten in einem mehrseitigen Merkblatt gebündelt. Es enthält auch einen Musterbief zur Einholung von Angeboten. An das Papier kommt man gratis per Internet: www.bundderversicherten.de/kfzversicherung – oder per Anruf unter der Nummer 04193-94222.

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