Mehr Mitarbeiter, gleicher Umsatz

Kaum Bewegung in der Chemie Baden-Württemberg

Licht und Schatten kennzeichnen die Lage der Chemie- und Pharmabranche in Baden-Württemberg. Die Zahl der Mitarbeiter stieg an (plus 1,7 Prozent zum Vorjahr), aber die Umsätze stagnieren (plus 0,2 Prozent).

Einstellung bei MiRO: Auch die Mineraloelraffinerie Oberrhein vergrößerte die Belegschaft. Foto: Sigwart

Einstellung bei MiRO: Auch die Mineraloelraffinerie Oberrhein vergrößerte die Belegschaft. Foto: Sigwart

Baden-Baden. Die gute Nachricht zuerst: Die Chemie- und Pharma-Unternehmen beschäftigen landesweit immer mehr Frauen und Männer (plus 1,7 Prozent zum Vorjahr) – und das seit drei Jahren in Folge.

Wermutstropfen: Die Umsätze stagnieren. Einen Anstieg von „mageren 0,2 Prozent“ auf 20,2 Milliarden Euro verkündete Thomas Mayer, Hauptgeschäftsführer der Chemie-Verbände Baden-Württemberg, auf der letzten Wirtschaftspressekonferenz in Baden-Baden. Gute Geschäfte brachte dabei das Ausland (plus 2 Prozent), weniger gute das Inland (minus 2,5 Prozent).

Besonders interessant wird es, wenn man sich die Bilanz dieser „schwarzen Null“ einmal genauer ansieht. „Die klassische Chemie ist das Sorgenkind“, so Mayer. Hier brach der Umsatz um 5,6 Prozent auf 10,4 Milliarden Euro ein.

Positiv sieht es dagegen bei Pharma aus: Hier stieg der Umsatz um 7,1 Prozent auf 9,8 Milliarden Euro. Der Sektor Lack, Farben und Druckfarben erwirtschaftete ein „verhaltenes“ Umsatzplus von 0,7 Prozent und brachte es damit auf 2,7 Milliarden Euro.

Und wie wird es dieses Jahr weitergehen, wo Brexit, Donald Trump und Griechenland in der Wirtschaft für Unsicherheit sorgen? Mayer bleibt gelassen: „Für das Jahr 2017 erwarten wir aufgrund der grundsätzlich positiven Einschätzungen unserer Unternehmen ein Plus von gut 1 Prozent.“

Das hatte eine repräsentative Umfrage unter 100 Unternehmen mit 33.000 Mitarbeitern ergeben. Allerdings sieht man auch hier Licht und Schatten: „57 Prozent der Unternehmen erwarten einen deutlich steigenden Umsatz“, bilanziert der Hauptgeschäftsführer.

Aber 5 Prozent rechnen auch mit einem Verlust: „Aus meiner Sicht ein deutlich zu hoher Anteil“, sagt Mayer. Man müsse daher die Rahmenbedingungen „im Blick“ behalten.


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