China geht Firmen shoppen

Kauft der rote Drache jetzt unseren Mittelstand auf?

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Wie die Zeiten sich ändern: Im Jahr 2011, das sind die aktuellesten Zahlen, investierten der chinesische Staat und Chinas Unternehmen erstmals mehr Geld in den Ländern der Europäischen Union als andersherum. Das ergab eine Studie der internationalen Beratungsfirma Pricewaterhousecoopers.

Beliebtestes Investitionsziel ist dabei ganz offensichtlich Deutschland. Bekannteste chinesische Shopping-Schnäppchen der letzten Monate: der IT-Produzent Medion, der westfälische Weltmarktführer für Pkw-Schließsysteme Kiekert oder der Betonpumpenhersteller Putzmeister. Für Ökonomen wie Professor Markus Taube von der Universität Duisburg sollten wir uns besser daran gewöhnen, dass China jetzt Firmen shoppen geht: „Das ist ein logischer Entwicklungsschritt“, sagt Taube.

Der China-Experte erklärt: Die besten der chinesischen Firmen seien mittlerweile in der Lage, „ihre Innovationskapazitäten dadurch zu stärken, dass sie im Ausland Firmen aufkaufen“.

Einen Grund zu übertriebener Sorge sieht der Wissenschaftler darin allerdings nicht. Die bisherigen Fälle zeigten, dass die chinesischen Käufer die deutschen Firmen eher mit Finanzspritzen stärkten, als sie lediglich auszuschlachten. Taube: „Das ist eine andere Qualität als früher.“


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